Krankenversicherungsodyssee
Wer gedacht hat, sich gegen die alltäglichen Wehwehchen zu versichern sei anderswo viel einfacher als hierzulande, sollte mal versuchen, eine deutsche Versicherung in den USA anerkannt zu bekommen.
Nicht nur, dass die deutschen Deckungssummen die dortigen Hanselen irgendwie irritieren (“wie jetzt, kein Limit?”), nein auch allerhand Krankheiten, die deutsche Versicherer aus Prinzip ausschließen, wollen sie abgedeckt haben.
Und so stehe ich seit ungefähr zwei Wochen jeden Tag in E-Mail-Kontakt mit den “Student Health Services” an der OSU, um die eine oder andere Versicherung auf ihre Tauglichkeit prüfen zu lassen.
Einfach die teuerste deutsche Versicherung wählen (von denen, die ich mir angesehen habe) wäre zwar auch gegangen, hätte den studentischen Geldbeutel aber wohl ein wenig überfordert.
A propos Geldbeutel: Die Allianz hat für “normale Menschen” eine – relativ bezahlbare – Langzeitversicherung im Ausland parat. Wenn man allerdings Student ist, dann, ja dann, ich zitiere meinen Makler:
(…) allerdings werden bei einem Studium die doppelten Prämien verlangt.
Hoppla. Wie bescheiden, liebe Allianz. Na gut, dann halt nicht.
Zu guter Letzt habe ich die jetzigen Austauschstudenten gefragt, wo sie denn versichert sind – und nachdem ich der Mitarbeiterin eine Studentin als “Referenz” genannt habe, erhalte ich die erlösende Nachricht:
This insurance will work fine for the insurance waiver at OSU. (…)
Na also. Geht doch. GEHT DOCH! ![]()
Jaaa, da schlägt sich das System nieder. Überall billiger Bahn fahren, billiger schwimmen gehn, schlittschuh laufen, pettiküre, maniküre und dann dick bei der Krankenversicherung abzocken. Das doppelte find ich nicht angemessen. Die Allianz ist halt innovativ. Wer sich zukünfitg leisten kann (Studiengebühren) zu studieren darf auch ruhig das doppelte zahlen. Ein Gruß an alle Söhne von Chef-Ärzten, Lufhansapiloten, VW-Betriebsratmitglieder und Bundestagsmitgliedern
Äh, ja, wenn es niemanden gäbe, der da nicht auf den Preis schaut, dann gäbs diesen Tarif ja wohl auch nicht.
Aber wie das so ist in der bööösen Marktwirtschaft, brauche ich den Preis ja nicht zu zahlen *lol*
So, wie das hier dargestellt wurde, ist da nicht viel mit Marktwirtschaft, wenn alle günstigen Versicherungen die (von der US-Uni) geforderten Leistungen nicht erfüllen, sondern nur die superteuren.
Ja, da hast du schon recht… – aber das liegt ein bisschen an den verrückten Anforderungen, die in den USA gestellt werden. Die Leistungen der deutschen Kassen unterscheiden sich voneinander nur ganz wenig.
Und wo hast Du jetzt letztendlich eine Versicherung abgeschlossen?
Ich befinde mich nämlich in der gleichen Situation, brauche eine Versicherung für 1 Jahr in den USA.
Kannst Du mir weiterhelfen?
Liebe Esther, ich habe die Versicherung der Mawista genommen. (Würzburger). Ich hatte jedenfalls mit der Anerkennung an der Uni keine Probleme; Wie die Schadensregulierung ist weiß ich aber nicht, ich habe sie (glücklicherweise) noch nicht in Anspruch nehmen müssen!
Viel Spaß in den USA