In-Sink-Erator

(Endlich! Der Müllschluckerartikel! Mit Video! In Farbe – und buuunt!)

In einer durchschnittlichen amerikanischen Küche:

Hausfrau: “Oh, mir ist eine ganze Salatgurke in das Spülbecken gefallen! Was mach ich denn nun? … *denk*… Nein, die Finger schmutzig machen kann ich mir wirklich nicht. Ich glaube ich spüle sie einfach runter.”

Die Dame nimmt das grüne Ungetüm und stopft es in den Abfluss, der groß genug ist, dass ein normaler menschlicher Arm durchpasst.

Ihre Hand greift zum Lichtschalter hinter dem Spülbecken, doch statt den Schauplatz zu erhellen, startet ein Elektromotor im Spülschrank und schnetzelt die todgeweihte Gurke durch den Abfluss. *cruuunch*…

In-Sink-Erator 1
Der ISE in einem gewöhnlichen Spülbecken…

Ja, die amerikanischen Haushalte (fast alle, die ich bis dato gesehen habe) haben oft einen so genannten “In-Sink-Erator” in ihrer Spüle eingebaut. Vorbei die Zeiten, wo mach noch mit einem “Stößel” bzw. “Pömpel” oder wie auch immer ihr das Gummiding nennt, den Abfluss durchpusten musste. Hier wird jeder Speiserest rohrverträglich zerkleinert und kann dann einfach heruntergespült werden.

(Sinnlose Info am Rande: Der englische Begriff für “Pömpel” ist “plunger”, und genau so nennt man auch den Trompetendämpfer aus Gummi. Dafür nimmt man einfach einen Pömpel und macht den Holzteil ab, natürlich. Aber das wusstet ihr ja sicher schon ;) )

Dieses mittelalterliche Folterwerkzeug ist schon ein bisschen furchterweckend auf den ersten Blick. Besonders, weil der Durchmesser nicht nur für Reis oder Nudeln ausreicht.

Wieso steht da eigentlich kein Warnschild dran “lasst eure Kinder nicht mit dem Abfluss spielen?” – das wäre eigentlich typisch Amerikanisch. Ich meine, in jeder Fernsehwerbung, wo jemand etwas “Gefährliches” tut (schnell fahren in der Innenstadt zum Beispiel) gibt es eine Fußnote im Sinne von

“Professional Driver. Closed Course. Do not try.”

Folgerichtig müsste ein ganzer Katalog von Warnhinweisen auf diesem Ungetüm stehen, etwa, dass es nicht gerade eine glänzende Idee ist, das Ding als Wäscheschleuder zu verwenden – es sei denn natürlich, man möchte so aussehen.

Wenn ihr jetzt alle neidisch geworden seid – schaut euch mal die Webseite von In-Sink-Erator an. Interessant auch, dass laut Herstellerangabe die “typischen Dinge”, die wir daheim auch immer in den Abfluss werfen, überhaupt kein Problem sind: So zum Beispiel Hähnchenknochen oder Obstschalen.

Tja, Ideen muss man haben, liebe Europäer!

Und hier kommt nun das ultimative Video: Wie benutze ich einen In-Sink-Erator :)

In-Sink-Erator 2
(52 Sekunden, 2.1 MB, DivX+MP3)

Das erste Objekt habe ich mich dann doch nicht getraut, da reinzuwerfen (obwohl ich irgendwie vermute, das wäre wahrscheinlich auch kein großartiges Problem) – aber ihr könnt dann zumindest sehen (und hören) wie er sich über eine kleinere Einheit Futter hermacht. Das seltsame Geräusch im Hintergrund ist übrigens kein vorbeifahrender Güterzug sondern unsere Spülmaschine. ;)
(Winzigkleiner, technischer Hinweis am Rande: Der Ton “ruckelt” bei mir im VideoLAN Client, und ich weiß nicht warum. Andere Player spielen es problemlos ab. Nur, falls ihr dasselbe Problem habt.)



4 Responses to “In-Sink-Erator”

  1. 1
    Ben-Chi Says:

    Ohhhhh. Ich hab gedacht du steckst da jetzt den Apfel (oder Pfirsich oder was das war), deinen Mitbewohner, ne Trompete, Packung Spaghetti, Tokio Hotel oder sonstwas rein und zeigst mal was das kann. Aber n paar Pommes warn schonmal gut für den Anfang.

  2. 2
    fred Says:

    War eine Bio(!)-Mandarine ;)
    Ich hätt die unschuldige Zitrusfrucht ja reingestopft, aber vielleicht wird der Manager misstrauisch, wenn er zwei mal in zwei Wochen das Ding reparieren lassen muss. Obwohl wir das erste mal nichts damit gemacht haben ;)

  3. 3
    Jean Pierre Says:

    Du hast gerade mit dem Video für große Erheiterung in der Vorlesung gesorgt — leider ohne Ton, sonst schaut der Professor bestimmt komisch :)

  4. 4
    fred Says:

    Hehe, ja da staunt der FH-Student ;)
    Ich war übrigens erstaunt über die Bildqualität der Kamera bei Videos. Coole Sache, das kann man ja richtig anschauen.

    Es ist aber übrigens rekodiert – die Originalfassung war 13 MB groß, das war mir dann doch ein bisschen viel für knapp eine Minute Film.

Leave a Reply