Archive for the 'Corvallis' Category

Vollsperrung

Nach dem Verunglücken eines Orangensafttransporters zwischen Tastatur und Monitor waren heute morgen zweitweise alle Tasten gesperrt. Es kam zu Staus zwischen Webbrowser und Mailprogramm.

Zwölf Schrauben und eine Operation am offenen Herzen später geht es der Funktastatur wieder verhältnismäßig gut, sie befindet sich aber noch unter Beobachtung: Andere Exemplare ihrer Spezies sollen Gerüchten zufolge schon durch solcherlei Aktionen das Zeitliche gesegnet haben. Die Fahrbahn ist zwischenzeitlich wieder vorsichtig freigegeben.

Hoffen wir, dass sie durchkommt. (Zu meiner Beruhigung sei aber angemerkt, dass Tastaturen bei Radioshack sehr günstig zu sein scheinen…)

Krieg vor der eigenen Haustür

OSU FlaggenVor dem Gebäude, in dem ich arbeite, wehen die Flaggen des Landes, der Nation und der Uni. Gestern wehten sie auf Halbmast.

Warum?

Nach ein bisschen Graben fand ich im Internet die Antwort: Einer der jüngst im Irak entführten und ermordeten Soldaten der U.S. Army war ein Mitglied der Oregonischen Nationalgarde, und — wie ihr euch sicher denken könnt — OSU-Student.

Schöne, heile Welt. Und wieder einmal passiert für die hiesigen Leute der Krieg vor der eigenen Haustür.

Heute sind die Flaggen wieder ganz oben. Bis zum nächsten mal.

Noch 4 Tage OSU-Student

checkered flag; CC-licensed by sidehike on flickr: http://flickr.com/photos/sidehike/165344407/
So, das Studienjahr geht doch tatsächlich dem Ende entgegen. Die letzte Klausur ist geschrieben — und sie stand übrigens was das Niveau angeht einer deutschen Klausur in nichts nach.

Heute habe ich den letzten Jazz-Gig des Semesters gespielt, Sachen aus meinem Master-Studenten-Büro ausgeräumt und so weiter.

Die Tageszeitung der Uni ist bereits in die Sommerpause gegangen, und es sieht so aus als würde jeder die Stadt über den Sommer verlassen. Zur Zwischenmiete bekommt man im Sommer Zimmer für unter 200 Dollar.

Aber nicht jeder geht – in einer Woche beginnen die Summer Classes, die nicht nur kürzer und schneller abgehandelt werden als normale Klassen, sondern vor allem für Nicht-Oregonians den entscheidenden Vorteil bieten, dass sie nur so viel kosten wie normale Vorlesungen für die Landeskinder, also etwa die Hälfte. Deshalb, zum Glück, wird es dann doch nicht völlig leer an der Uni.

Und auch ich bleibe noch ein bisschen länger da, denn ich werde wohl mein studienbegleitendes Praktikum hier absolvieren.

Jetzt bin ich nur mal gespannt, ob denn im Oregonischen Sommer auch ab und an die Sonne durch die Wolken blickt. Bis jetzt ist sie jedenfalls noch zu faul.

Yes! Yes! Yes!

Schlimm genug, dass ich zum Anpfiff in der Vorlesung sitzen musste (9 Uhr morgens…).

Mit äußerster Erschütterung stellte ich zudem fest, dass niemand, ja, niemand sich für die soeben begonnene Fußball-Weltmeisterschaft interessierte.

Doch dann, als ich in das Memorial Union Gebäude kam, erblickte ich es: Eine kleine Leinwand, auf der Fußball lief! Jetzt sitze ich hier mit drei anderen Leuten (eine Person davon schläft) und schaue die zweite Halbzeit des Spiels Deutschland gegen Costa Rica. Zur Feier des Tages habe ich mir übrigens aus dem Kaffeeladen hinter mir einen Kaffee besorgt und auf die Frage “French or Costa Rican?” … ihr wisst schon was geantwortet :)
Dass die Bildqualität auf der Leinwand ganz und gar schrecklich ist (Ameisenkolonie?) macht mir auch gar nichts aus!

Update: Hier ein hochqualitatives Foto von der Leinwand, vor der ich gerade sitze.
Germany vs Costa Rica at the OSU MU

Musikalisches

Wie schon angekündigt, gab es ein paar Mitschnitte von Ensembles, in denen ich mitgespielt habe.

Zum Beweis, dass ich mir das Ganze nicht ausdenke ;) hier die Links (nur für begrenzte Zeit, neu, neu ;) )

Der Radio-Mitschnitt des OSU Jazz Ensembles, ausgestrahlt auf KBVR Radio, dem Radiosender der Universität. Download von meinem Platz auf dem Uni-Webserver, wo mein Account aber wohl in ein paar Monaten gelöscht werden wird.

Das Frühlingskonzert des OSU Symphonic Wind Ensemble auf der iDisk unseres Dirigenten, bis der es runterlöscht…

Wenn die Aufnahmen da mal weg sind, fragt mich ruhig nach einer Kopie.

Musikalische Grüße und viel Spaß beim Hören! :)

WWW steht für Wireless-Wirrwar

Manchmal ist das Leben schon ungerecht: Als ich zuerst hier eingezogen bin, hat es so vier Wochen gedauert, bis der Kabelmann kam und uns Internet brachte.

In dieser Zeit kam es schon mal vor, dass man sich an das Fenster stellte, und das Laptop automatisch und völlig ungewollt die Verbindung zu dem Access Point eines Nachbarn aufbaute. Schließlich hatten 5 Nachbarn einen Access Point, und zwei davon waren unverschlüsselt und “offen”. (Einmal fiel das gute Stück dabei auch auf den Boden :( aber das ist eine andere Geschichte…)

Cable and Wireless; CC-licensed on flickr by bartmaguire; source: http://www.flickr.com/photos/bartmaguire/49588918/Jetzt, wo ich schon seit vielen Monaten eine eigene Internetverbindung habe, und mich nur noch die Mikrowelle bisweilen davon abhält, eine Verbindung herzustellen, schaue ich mir nur noch selten an, wie viele Menschen in der Nachbarschaft über einen Access Point verfügen.

Heute aber zog es mein Computer vor, sich statt zu meinem Access Point doch lieber zu dem eines Nachbarn zu verbinden. Also, Liste angeschaut: Mittlerweile 16 Nachbarn (inkl. mir) haben einen Wireless Router. Ein Drittel davon unverschlüsselt. Nicht anders als in Deutschland auch. Was für ein Wireless-Wirrwar ;)
Ein Bekannter hat übrigens zuhause einen zweiten Linksys WRT54G Router stehen, den er absichtlich unverschlüsselt und offen lässt. Jedoch lässt er die ein oder andere statistische Analyse über den ankommenden, ungebetenen Traffic laufen: Und so hat er schon eine stattliche Sammlung an Facebook- und Myspace-Passwörtern angehäuft. (Facebook und MySpace sind “Networking-Communities” und gehören zu den beliebtesten Webservices junger Amerikaner; beide Anbieter haben kein Verständnis dafür, dass man zur Übermittlung von Login-Passwörtern eine verschlüsselte Verbindung benutzen sollte).

Aber wenn ich mir das unverschlüsselte Wireless-Netzwerk in der Uni so ansehe (die “Sicherheit” wird durch Überprüfung der MAC-Adresse abgewickelt), wundert mich schon gar nichts mehr…

Oregon live

Aus meiner unendlichen Reihe “Wetter in Oregon” ;) : Letzte Woche hatte ich Besuch da, der sich prompt original regnerisches Oregon Wetter antun durfte. Stürmische Brise am Pazifikstrand inklusive.

Und jetzt, wo alle wieder weg sind:

Wetter in Corvallis

War ja klar.