Letztes Jahr haben die USA einen steuerlichen Anachronismus heimlich, still und leise zu Grabe getragen, und erst weil jetzt alle Amerikaner ihre Steuererklärungen machen, schafft er es ins Fernsehen.
Eine US-weite Steuer auf Ferngespräche mit dem Telefon wurde abgeschafft.
Der 3-Prozent-Aufschlag wurde im Jahr 1898 (!) eingerichtet, um den wenige Monate dauernden Spanisch-Amerikanischen Krieg mitzufinanzieren. Der Krieg ging, die Steuer blieb. Und was zu seiner Zeit als “Reichensteuer” gedacht war, betraf zuletzt über 100 Millionen Amerikanische Haushalte — und statt ein paar wenigen Reichen in die Tasche zu greifen, wurde die Reichenabgabe zur Steuer die auf bis zu 95 % der Amerikaner lastete.
In der diesjährigen Steuererklärung bekommen alle Amerikaner mit ferngesprächfähigem Telefon nun 30 Dollar (oder, wenn es mehr sind, die tatsächlich über die letzten 3 Jahre gezahlten Ferngesprächsteuern) zurück. Ich übrigens auch: Ein Handy zählt dazu.
Sieht so aus als ob ich heute nur Werbespots blogge. Das hat auch einen Grund, denn am Sonntag fand der alljährliche Super Bowl statt (wen’s interessiert: die Indiana Colts haben die Chicago Bears besiegt…), und das wohl beliebteste “Beiwerk” sind die in der Halbzeit ausgestrahlten Werbespots. Ganz nebenbei auch die Spots in den USA, die mit dem größten finanziellen Aufwand hergestellt werden, um ihre Premiere in der Pause des Super Bowl zu haben.
Mein diesjähriger Favorit: “Lass uns Schere, Stein, Papier um das letzte Bier spielen!” — Vorhang auf:
Ford lässt in seinem neuesten Werbespot sein Auto namens “Edge” auf der “Kante” von Gebäuden herumfahren:
Und während das dann doch noch nicht so ganz überwältigend ist, fand ich den Untertitel lustig. Denn normalerweise steht dort, typisch amerikanisch, “Professioneller Fahrer, abgeschlossene Strecke, versuchen Sie das nicht selbst.”
Im Moment lese ich einen englischen Roman (im Original ist er übrigens schwedisch), der — und da besteht kein Zweifel — von einem Briten übersetzt wurde.
Das merkt man natürlich an Ausdrücken wie “lorry” (LKW, die Amis sagen “truck”), “jumper” (Pulli, hier: “sweater”) und so weiter, aber am amüsantesten finde ich dann doch die Autoteile, denn dort sind wirklich alle unterschiedlich…
Und damit ihr euch dies- und jenseits des Atlantik über eure fahrbaren Untersätze unterhalten könnt, hier mal eine kleine, schrecklich unvollständige, aber hoffentlich trotzdem hilfreiche Liste mit gängigen Autoteilen:
deutsch
br. Englisch
am. Englisch
Motorhaube
bonnet
hood
Kofferraum
boot
trunk
Reifen
tyre
tire
Windschutzscheibe
Windscreen
Windshield
Blinker
Indicator (oder: Blinker)
Turn Signal (oder: Blinker)
Kotflügel
Mudguard oder Wing
Fender
Stoßstange
Fender
Bumper
Aus gut informierten Quellen weiß ich auch, dass sich die Bezeichnungen für Innereien von Autos sich teilweise ebenso dramatisch unterscheiden wie die äußeren Teile.