Archive for the 'American Specialities' Category

Georges Telefonnummer

Gerade flattert mir ein neues, lokales Telefonbuch ins Haus und auf der ersten Seite lädt mich eine Anzeige des DHS dazu ein, mir die “Government pages” mit blauem Rand anzusehen. Mach ich doch glatt.

Und wer lächelt mir da entgegen? George und seine Freunde!

Bush and friends in the phone book

Nur, falls ich mal den Präsidenten anrufen muss. Oder den Vizepräsidenten. Und auf der nächsten Seite hat natürlich auch der Governator sein Konterfei nebst Adresse und Telefonnummer im Telefonbuch. Wobei dessen Portrait zugegeben aussieht, als sei es direkt aus dem Filmplakat zu Terminator 15 ausgeschnitten worden.

Für alle “guten Amerikaner” wurde der Rest der George-Seite übrigens mit der Nationalhymne aufgefüllt. Klar, oder?

Ist es nicht herzig? Wenn das nicht den Nationalstolz ins Wallen bringt, weiß ich auch nicht ;)
Gerade stelle ich mir vor, wie es wohl aussähe, wenn mir Angela in den Gelben Seiten entgegenlächeln würde. Ich glaube ja, mir würde vor Schreck der Hörer aus der Hand fallen.

Krieg geht, Steuer bleibt für 100 Jahre

Letztes Jahr haben die USA einen steuerlichen Anachronismus heimlich, still und leise zu Grabe getragen, und erst weil jetzt alle Amerikaner ihre Steuererklärungen machen, schafft er es ins Fernsehen.

Eine US-weite Steuer auf Ferngespräche mit dem Telefon wurde abgeschafft.

Der 3-Prozent-Aufschlag wurde im Jahr 1898 (!) eingerichtet, um den wenige Monate dauernden Spanisch-Amerikanischen Krieg mitzufinanzieren. Der Krieg ging, die Steuer blieb. Und was zu seiner Zeit als “Reichensteuer” gedacht war, betraf zuletzt über 100 Millionen Amerikanische Haushalte — und statt ein paar wenigen Reichen in die Tasche zu greifen, wurde die Reichenabgabe zur Steuer die auf bis zu 95 % der Amerikaner lastete.

In der diesjährigen Steuererklärung bekommen alle Amerikaner mit ferngesprächfähigem Telefon nun 30 Dollar (oder, wenn es mehr sind, die tatsächlich über die letzten 3 Jahre gezahlten Ferngesprächsteuern) zurück. Ich übrigens auch: Ein Handy zählt dazu.

(Quellen: CNET, Kongressabgeordneter Gary Miller etc.)

Sehenswerte Werbespots 2: Bud Light

Sieht so aus als ob ich heute nur Werbespots blogge. Das hat auch einen Grund, denn am Sonntag fand der alljährliche Super Bowl statt (wen’s interessiert: die Indiana Colts haben die Chicago Bears besiegt…), und das wohl beliebteste “Beiwerk” sind die in der Halbzeit ausgestrahlten Werbespots. Ganz nebenbei auch die Spots in den USA, die mit dem größten finanziellen Aufwand hergestellt werden, um ihre Premiere in der Pause des Super Bowl zu haben.

Mein diesjähriger Favorit: “Lass uns Schere, Stein, Papier um das letzte Bier spielen!” — Vorhang auf:

Sehenswerte Werbespots 1: Ford

Ford lässt in seinem neuesten Werbespot sein Auto namens “Edge” auf der “Kante” von Gebäuden herumfahren:

Und während das dann doch noch nicht so ganz überwältigend ist, fand ich den Untertitel lustig. Denn normalerweise steht dort, typisch amerikanisch, “Professioneller Fahrer, abgeschlossene Strecke, versuchen Sie das nicht selbst.”

Und was schreibt Ford?

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Lieblingswörter #5: Autoteile

Im Moment lese ich einen englischen Roman (im Original ist er übrigens schwedisch), der — und da besteht kein Zweifel — von einem Briten übersetzt wurde.

Das merkt man natürlich an Ausdrücken wie “lorry” (LKW, die Amis sagen “truck”), “jumper” (Pulli, hier: “sweater”) und so weiter, aber am amüsantesten finde ich dann doch die Autoteile, denn dort sind wirklich alle unterschiedlich…

Und damit ihr euch dies- und jenseits des Atlantik über eure fahrbaren Untersätze unterhalten könnt, hier mal eine kleine, schrecklich unvollständige, aber hoffentlich trotzdem hilfreiche Liste mit gängigen Autoteilen:

deutsch br. Englisch am. Englisch
Motorhaube bonnet hood
Kofferraum boot trunk
Reifen tyre tire
Windschutzscheibe Windscreen Windshield
Blinker Indicator (oder: Blinker) Turn Signal (oder: Blinker)
Kotflügel Mudguard oder Wing Fender
Stoßstange Fender Bumper

Aus gut informierten Quellen weiß ich auch, dass sich die Bezeichnungen für Innereien von Autos sich teilweise ebenso dramatisch unterscheiden wie die äußeren Teile.

Warum? Weiß ich auch nicht :)

Nicht lachen. Danke.

Zum vierten mal heute durch den Sicherheitscheck zu gehen, ist immer noch kein Grund zu lachen. In meinem eigenen Interesse (sorry, leicht verwackelt):

No JokingNo Joking Hosted on Zooomr

Ich finde zwar auch, dass solche Scherze nicht lustig sind — aber wenn man kein großes Schild schreibt könnte ja schließlich auch jeder kommen und Spaß haben wollen. Und deshalb sollten auch Sie, lieber Leser, sich rein vorsorglich den folgenden Aufkleber aufs Auto kleben, nur um für alle Fälle von unkontrollierter Heiterkeit gerüstet zu sein.

Thank you for not being perky

Bei Justin und seinen Freunden befand sich das sogar früher als Holzschild an der Haustür. Von hinterhältigen Lachattacken an der heimischen Haustür hört man ja schließlich heutzutage immer häufiger — da kann man gar nicht vorsichtig genug sein.

Offensichtlich?

Heute habe ich Sloppy Joes gegessen und als ich auf die Packung Sesam-Hamburger-Buns sah, las ich die Aufschrift:

Produced in a facility that also handles Sesame products.

Das ist nicht nur relativ offensichtlich, sondern das will ich auch hoffen. Anderenfalls wäre ich besorgt, was die Körner auf den Brötchen denn sonst sind…

Interessant war auch die Packung Erdnüsse, die ich auf meinem (vor- ((der letzte war wegen der Allergie eines Mitreisenden gänzlich erdnussfrei, stattdessen gab es Cracker.))) letzten Flug bekam. Aufschrift:

May contain traces of peanuts.

Dass eine Packung Erdnüsse Spuren von eben selbigen enthalten könnte kam für mich zugegeben auch nur bedingt überraschend.

Und obwohl die Firmen das sicher nur machen, weil Kennzeichnungsgesetze auch im offensichtlichen Fall nicht außer Kraft gesetzt werden, wundere ich mich doch, wieso man dort nicht einfach draufschreibt “enthält Sesam” und “enthält Erdnüsse”. Denn dürfte der “Durchschnittsallergiker” nicht bei einer definitiven Aussage noch viel eher die Finger von einem Produkt lassen, als wenn er von “möglicherweise” “Spuren” liest?