Archive for the 'altes Europa' Category

GEZ mahnt wegen “GEZ-Gebühren” ab

Die “Gebühreneinzugzentrale” GEZ ist stets für ein bisschen Realsatire zu haben:

Die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) will offenbar nicht länger der von Fernsehkonsumenten geschmähte Geldeintreiber sein. Stattdessen soll ein Imagewandel vollzogen werden.

Nach Ansicht der GEZ sollen deswegen die gesetzlichen Rundfunkgebühren der öffentlich-rechtlichen Sender nicht “GEZ-Gebühren“ genannt werden.

Wie GEZ-Sprecher Willi Rees am Freitag in Köln sagte, sei dieser Begriff falsch, da es sich ja nicht um eine Gebühr für die Zentrale handle. Er bestätigte, dass die GEZ dem Berliner Internet-Portal akademie.de eine Abmahnung geschickt habe, in der es unter anderem darum gehe, dass das Portal nicht mehr dieses Wort verwenden solle.

Die Liste der von der GEZ monierten Begriffe umfasst immerhin 30 Einträge und zielt im wesentlichen darauf ab, alle umgangssprachlichen Begriffe durch die etwas umständlichen Formulierungen des Rundfunkgebühren-Staatsvertrages zu ersetzen.

Ob die Abmahnung von Internetseiten ein guter Anfang für den erwünschten “Imagewandel” ist, wage ich hingegen zu bezweifeln. Aber vielleicht hält man es in Köln ja mit den Medien so wie in Hollywood: “All press is good press”… oder?

Freiburg i.Br.

Aus der Reihe “Dafür sorgen, dass sich die Bahncard lohnt”, heute: Freiburg im Breisgau ;)
Freiburg i. Br.

München

Willkommen im Sommerloch. Gerade komme ich wieder aus dem Urlaub, ich war in München!

Leider war es nur selten sonnig, und überhaupt hängen in der Stadt viel zu viele Touristen rum (eine Situation, an der ich selbst ja nun nicht ganz unschuldig bin ;))

Bilder gibt es natürlich auch: Ich habe ein Album von München selbst:
München
(Bei allen drei Alben: Das Bild anklicken, um das ganze Album zu sehen)

Außerdem waren wir im Konzentrationslager Dachau, nördlich von München, was sehr beeindruckend war. Leider sahen es einige Touristen (jeder Nationalität) als einen lustigen Familienausflug an, warfen Münzen in die Waschbecken der Baracken (was zum…?!) und machten “lustige” Fotos à la “die Gaskammer und ich” (juhu!)… Naja.
KZ Dachau

Zu guter Letzt war noch ein Tagesausflug zum Schloss Neuschwanstein drin (oh nein, wie peinlich) und zu meiner Überraschung muss ich sagen, dass das Schloss in natura wirklich schön ist! Allerdings gehen dort so viele Leute hin, dass man länger auf sein Ticket (für uns: 30 Minuten) und auf den Beginn der eigenen Führung (für uns: 2 Stunden) wartet, als die eigentliche Führung dauert (etwa 15 Minuten). Von den vielen Details des Schlossinneren sieht man daher nur sehr wenig. Spaß macht es aber trotzdem.
Schloss Neuschwanstein

Eine YouTube-Lizenz, bitte

Broken TelevisionLeider kein Scherz:

Ich fahre in Urlaub, drehe ein kleines Filmchen über meine Erlebnisse und möchte meine Freunde daran im Internet teilhaben lassen – vorher habe ich aber bitte schön eine Senderlizenz zu beantragen, deren Genehmigung vermutlich Monate braucht.

Bizarre Vorstellung?

Nein, der Wunschtraum der Landesmedienanstalt NRW – und hoffentlich eine der letzten Zuckungen einer überkommenen Institution. Und einem Interview mit der „Taz“ begründet Norbert Schneider, Chef der Landesmedienanstalt der NRW solch eine Lizenzierung für jeden, der Videos im Internet veröffentlichen möchte auch noch damit, dies sei keine Beschränkung, sondern Schutz. Diese Argumentationslinie kennt man sonst nur aus Ländern wie China oder dem Iran.

Solch irrwitzige Vorschläge passen ins Bild, das Deutschland im Jahr 2007 bietet: In keinem Land mit demokratischer Grundordnung wird so negativ und hämisch über das Internet berichtet, in keinem Land der westlichen Welt sind die Entscheider in Politik, Verwaltung und Wirtschaft im Bereich Web so inkompetent wie hier zu Lande. Ohne sich mit dem Thema zu beschäftigen werten sie das Internet wahlweise ab als Hort des Drecks, des Kindermissbrauchs oder der Dummheit – oft genug auch alles zusammen. Dabei braucht dieses politikverdrossene Land nichts dringender als Menschen, die bereit sind zu Diskurs und Kreativität.

Thomas Knüwer über die Idee, Videoveröffentlichungen im Internet vorab lizensieren lassen zu müssen.

Wenn man manche Leute reden hört (oder liest) muss man mit dem Kopf schütteln und sich beim Kalender versichern, dass es wirklich das Jahr 2007 ist. Die Erkenntnis, dass solch antiquierte Vorstellungen an den Spitzen einflussreicher Gremien vorherrschen, ist einigermaßen schauderhaft.

Leider befindet sich Norbert Schneider aber in bester Gesellschaft: Inmitten von Politikern, die sich unsicher sind, was eigentlich ein Browser ist, oder ihre eigene Homepage sowieso eigentlich noch nie besucht haben:

Link: sevenload.com

Andererseits muss sich der Innenminister ja auch nicht im Internet auskennen, um es mal kurz überwachen zu lassen.

(Bild “one less television” Creative Commons-lizensiert von Kevin Steele auf flickr)

Schocker

Unglaublich! Überraschend, völlig unerwartet und von niemandem geahnt hat es einen Dopingfall im Profiradsport gegeben. Alexandre Vinokourov, Kapitän vom Team Astana, wurde positiv auf Blutdoping getestet.

Jetzt live im Fernsehen*: Selbstmord einer Sportart.

*) Oh, natürlich nicht “live”, bzw. nur noch auf den Privatsendern, die sich über mögliche Skrupel beim Ausstrahlen der Tour mittels Werbegeldern hinwegtrösten… ;)

Tina, was kosten die Kondome?

Heute vor 40 Jahren wurde die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gegründet, und kämpft seitdem unermüdlich für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland.

Ihre wahrscheinlich bekannteste Veröffentlichung ist ein Fernsehspot zur AIDS-Prävention aus dem Jahr 1990. Hier deshalb zur Feier des Tages noch einmal: Hella von Sinnen und Ingolf Lück in “Tina, was kosten die Kondome?”:

“Tina” hieß im Original übrigens zunächst “Rita” — aber die mögliche Parallele zur damaligen Gesundheitsministerin Rita Süssmuth war den Machern dann doch zu heiß, und so nannte man sie kurzerhand in “Tina” um.

Alles außer Benzin

Der Euro ist auf einem Rekordhöchststand gegenüber dem Dollar.

Was bedeutet das? Aus “Euroland” exportierte Waren werden für die Weltwirtschaft teurer (was potentiell dem Exportland Deutschland schaden könnte), importierte Waren werden aber billiger.

Naja, alle Waren außer Erdölerzeugnissen natürlich, deren Preise in magischer Unabhängigkeit vom Dollar dann steigen, wenn der Dollar stark ist, und wenn der Dollar schwach ist — dann steigen sie auch. So stieg — natürlich nur rein zufällig zum selben Zeitpunkt wie der Streik bei der Deutschen Bahn — der Benzinpreis mal wieder deutlich, um etwa 8 Cent pro Liter.

Die Mineralölkonzerne haben aber natürlich wie immer eine frei erfundene Ausrede stichhaltige Begründung zur Hand. Der Ölmarkt ist schuld, und bindet den armen Konzernen die Hände. Ich habe Mitleid.