Da hat der niederländische Journalist Rob Savelberg die neu-und-alt-Kanzlerin Merkel aber ganz schön aus dem Konzept gebracht:
Natürlich ist das löblich, löblich, dass Merkel ihrem zukünftigen Kabinett voll und ganz vertraut. Hunderttausend deutsche Mark zu vergessen, kann schließlich jedem einmal passieren. Andererseits entbehrt es nicht einiger Ironie, dass ausgerechnet der scheinbar unter selektiver Amnesie in Finanzfragen leidende Schäuble zum Finanzminister ernannt wurde. Bleibt nur zu hoffen, dass er bei den Finanzen von 83 Millionen Deutschen nicht ab und an mal eine Milliarde vergisst. Und falls doch, müssen wir ihm eben noch ein bisschen mehr Vertrauensvorschuss gewähren — schließlich hat sich Schäuble schon als Innenminister wichtige Vertrauenspunkte im Kampf gegen den Bürger gesichert, und mit seiner süßen Schäublone für immer einen Platz in unseren Herzen gewonnen.
Dennoch ist das interessant zu lesen, und es ist natürlich schon irgendwie cool, was sich aus den Anfängen der Internet-Kommunikation so alles entwickelt hat — freilich wäre es lustig gewesen, wenn die erste E-Mail in Deutschland Spam einer chinesischen Online-”Apotheke” gewesen wäre. Aber die kleinen blauen Pillen gibt es ja erst seit 1998.
Die Karlsruher Informatiker mailen natürlich noch heute — wenn auch ein bisschen weniger “romantisch”: Das Spam- (und Ham-)aufkommen der Karlsruher Informatikfakultät heute kann man sich auch online ansehen.
Etwas mehr schmerzt es mich hingegen, dass ich ausgerechnet verpasst habe, den Formel 1 Grand Prix von Deutschland zu sehen. Da macht man schließlich keinen Hehl daraus, wo die Energie herkommt. Zum Glück habe ich in ziemlich genau 2 Wochen wieder Zeit, meinen Fehler aufrichtig zu bereuen und das Rennen in Ungarn mitzuverfolgen.
Nach dem gewaltigen Netzausfall beim T-Mobile am Dienstag wagt der Handyanbieter nun für Sonntag einen Stresstest: Die Kunden dürfen den ganzen Tag kostenlos SMS in alle deutschen Netze senden.
(Screenshot: t-mobile.de)
Angesichts der verschwindend geringen Grenzpreise für SMS auf Seiten der Anbieter dürften sich die Schmerzen für diese “Entschuldigungs-Aktion” in Grenzen halten. Außerdem bleibt anzunehmen, dass das Senden von SMS besser skaliert als das Telefonieren: Würde sich T-Mobile mit kostenlosen Telefongesprächen entschuldigen, wäre möglicherweise der nächste Ausfall vorprogrammiert — diesmal wegen Überlastung. Das wäre zwar angenehm ironisch, für das Unternehmen aber wohl nur eingeschränkt komisch.
Ich gehöre übrigens auch zu den “Glücklichen” — zwar kein direkter T-Mobile-Kunde, sondern bei einem Reseller, aber auch ich war offenbar vom Ausfall betroffen. Ist mir aber — ach deswegen war es so ruhig! — gar nicht weiter aufgefallen.