Cui fidem, fidem

Da hat der niederländische Journalist Rob Savelberg die neu-und-alt-Kanzlerin Merkel aber ganz schön aus dem Konzept gebracht:

Natürlich ist das löblich, löblich, dass Merkel ihrem zukünftigen Kabinett voll und ganz vertraut. Hunderttausend deutsche Mark zu vergessen, kann schließlich jedem einmal passieren. Andererseits entbehrt es nicht einiger Ironie, dass ausgerechnet der scheinbar unter selektiver Amnesie in Finanzfragen leidende Schäuble zum Finanzminister ernannt wurde. Bleibt nur zu hoffen, dass er bei den Finanzen von 83 Millionen Deutschen nicht ab und an mal eine Milliarde vergisst. Und falls doch, müssen wir ihm eben noch ein bisschen mehr Vertrauensvorschuss gewähren — schließlich hat sich Schäuble schon als Innenminister wichtige Vertrauenspunkte im Kampf gegen den Bürger gesichert, und mit seiner süßen Schäublone für immer einen Platz in unseren Herzen gewonnen.

PS: Cui fidem, fidem, heißt “Vertrauen, wem Vertrauen gebührt”.

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Spot der Piratenpartei zur Bundestagswahl 2009

Am 27. September Piratenpartei wählen.

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Zensi, Zensa, Zensursula

Nach der Verabschiedung des so genannten “Zugangserschwerungsgesetzes” wenden sich immer mehr Menschen gegen die Errichtung einer digitalen Zensurinfrastruktur in Deutschland, teils mit bitterem Zynismus, wie etwa dieser Zensursula-Sommerhit:

Die Zensurkritiker geben indes den Kampf gegen das unsägliche Gesetz nicht auf: Am heutigen Samstag fanden vielerorts in Deutschland Demonstrationen statt. In Karlsruhe wurde der Artikel 5 Grundgesetz symbolisch zu Grabe getragen. Sogar im Gästebuch des Bundespräsidenten wenden sich besorgte Bürger an das Staatsoberhaupt, mit der Bitte, das in ihren (und auch meinen) Augen offenkundig verfassungswidrige Gesetz nicht zu unterschreiben.

Wäre da nicht die massive Kritik ihres leichtfertigen Ausverkaufs der Grundrechte, müsste die Regierung in Berlin sich über so viel Basisdemokratie eigentlich freuen.

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Fußball-Länderspiel als Livestream

Infinito
Creative Commons License photo credit: Baffs
Ich bin nicht sicher, ob es das schon einmal gegeben hat, aber dass man ein Fußball-Länderspiel live im Internet sehen kann, finde ich prima.

sport.ard.de schreibt:

Das Länderspiel zwischen China und Deutschland wird heute live im Ersten und bei sport.ARD.de zu sehen sein.

Der Videostream startet um 14 Uhr und ist aus rechtlichen Gründen nur von Rechnern in Deutschland zu empfangen.

Nach dem Spiel stellt sport.ARD.de die Höhepunkte als Video on demand zur Verfügung. Diese Videos sind territorial nicht eingeschränkt.

Die Einschränkung auf “nur Deutschland” ist natürlich ein wenig bedauerlich, vor allem für fußballinteressierte Auslandsdeutsche, aber das ist ja international keine Seltenheit.

Trotzdem: Fußball-Länderspiel als Livestream, die in Büros arbeitende Bevölkerung wird es Ihnen danken, liebe ARD.

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Susie Smartypants Explains the Evolution

Interesting:

In this German video, Susi Neunmalklug (Susie Smartypants) explains the evolution to Mr. Hempelmann (who apparently is her religion teacher).

It is a promotional video for a new German children’s book about the evolution.

(thanks for the link, Zach!)

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“Ich werfe den Preis von mir!”

Heute abend würde ich gerne ZDF schauen können: Literatur-”Papst” Marcel Reich-Ranicki hat bei der Verleihung des “deutschen Fernsehpreises” für einen kleinen Eklat gesorgt:

Zunächst hielt Moderator Thomas Gottschalk persönlich die Laudatio für Reich-Ranicki und gestand, dass er ihn “sehr verehre”. Danach trat der “Literaturpapst” selbst ans Mikrofon und fand harte Worte: “Ich kann diesen Preis nicht annehmen. Man hätte mit seiner Zeit während der letzten drei Stunden weit Besseres anfangen können als diesen Mist hier.” Weiter kritisierte er das aktuelle Fernsehprogramm als “Blödsinn” und setzte nach, dass nur noch auf Arte und 3Sat manchmal eine gute Sendung liefe. Sein Resümee des Abends: “Ich gehöre hier nicht hin. Ich werfe den Preis von mir!”

Ich selbst schätze Reich-Ranicki außerordentlich: Er war von je her ein Mensch, der seine Meinung mit allem Nachdruck vertreten hat, und dadurch — ob man seine Ansichten nun teilte oder nicht — zum Nachdenken angeregt hat. Und so hat er auch dieses mal nicht enttäuscht, wenn er der vor sich hindümpelnden deutschen Fernsehlandschaft eine Absage erteilt.

Bemerkenswert, dass die Chefs von ARD und ZDF gleich bereit gewesen sein sollen, über die Programmqualität zu sprechen. Sie scheinen genau zu wissen, was Reich-Ranicki meint.

urteilt der “Lawblog”-Schreiber Udo Vetter, und diese Ansicht teile ich: Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass man Reich-Ranicki im Anschluss an die Aufzeichnung eine Sendung anbot, in der er wohl mit Gottschalk über das deutsche Fernsehen debattieren soll.

Ob diese implizite Selbstkritik freilich ausreicht, weite Teile des deutschen Fernsehens aus der Trivialität zu holen, muss sich zeigen.

Nur eines kann ich aus der Ferne beitragen: Reich-Ranicki tut gut daran, sich nicht das Amerikanische Kabelfernsehen anzusehen: Das meiste, mit dem die Sender hier das Werbefernsehen unterbrechen, lässt uns Zuschauer nur wünschen, dass bald wieder Werbung kommt. Ausnahme: Von den exzellenten Serien hier (ich denke an CSI, House, ER, Dexter…) kann man sich daheim mehr als nur eine Scheibe abschneiden. In derselben Liga spielt in Deutschland nur der Tatort (was man ja vielleicht bereits als einen kleinen Lichtblick werten könnte).

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Nationalhymne mit Untertiteln

Vor dem heutigen Endspiel der Frauenfußball-Weltmeisterschaft (Deutschland-Brasilien) wurden wie üblich die Hymnen der beiden Staaten gesungen.

In der Vergangenheit hatte es dabei ja bisweilen Textunsicherheiten gegeben, denen das ZDF heute in weiser Voraussicht mit Videotext-Untertiteln vorzubeugen versucht hat:
Hymne mit Untertiteln

Das ist zwar für die eigene Hymne vielleicht ein bisschen seltsam — aber als zur brasilianischen Hymne gleich die deutsche Übersetzung mitgeliefert wurde, fand ich das eigentlich ziemlich gut.

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1967: Die Hippies von San Francisco

Ausgestrahlt vor ziemlich genau 40 Jahren, nämlich am 7. August 1967: Dagobert Lindlau im ARD-Politmagazin “report München” über die Hippies in San Francisco.

Ziemlich krass finde ich die Stelle, wo er kurz mal Drogen kauft: “Hey Honey, want a dollar?”… Der offene Ford Mustang, in dem er dort über die Golden Gate fährt, ist aber irgendwie cool.

(Danke für den Hinweis, HPW!)

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