Archive for the 'quotes' Category

Fachkräftemangel: Selbst verschuldetes Leid

Heute morgen habe ich einen interessanten kleinen Kommentar zum Fachkräftemangel in der deutschen IT-Branche gelesen:

Ein Drittel der IT-Unternehmen kann seine freien Stellen nicht besetzen und ruft durch die Kehlen der Verbände nach der Politik. (…) Das Leid ist selbst verschuldet.

Nach der Dotcom-Blase ließe man “(d)as bisschen Code” “nur noch in Indien produzieren”.

Dass die Unternehmen ihre Hausaufgaben bei der Ressource IT-Mensch weiterhin nicht machen, ist leicht an den Einstiegsgehältern abzulesen.

Trotz der bejammerten Knappheit bekommt ein frischer IT-Hochschulabsolvent weniger Kohle als vor Jahren.

Das erwartete Einstiegs-Branchengehalt lag “2007 mit 42 600 Euro pro Jahr zwar 800 Euro über dem von 2006″. Doch 2004 gab es “mit 43 900 Euro noch deutlich mehr”.

Jan Kleinert, Chefredakteur des deutschen Linux-Magazins, im Editorial der Ausgabe 2/08.

Lateinische E-Mail-Signatur

Ich habe normalerweise ja keine E-Mail-Signatur, aber wenn ich eine hätte, dann wäre diese hier ein guter Kandidat!

Si forte in alienas manus oberraverit hec peregrina epistola incertis ventis dimissa, sed Deo commendata, precamur ut ei reddatur cui soli destinata, nec preripiat quisquam non sibi parata.

Ich versuche euch das mal kurz zu übersetzen, liebe Leser (und man möge mir eventuelle Fehler, einige Jahre nach dem Latein-Abi, nachsehen):

Falls dieser umherreisende Brief, der in unsichere Winde entsendet, aber Gott anvertraut wurde, zufällig in fremde Hände geraten ist, so bitte ich, dass er dem gegeben werde, an wen allein er gerichtet ist, und dass niemand ihn stiehlt, für den er nicht gemacht ist.

Das Zitat stammt übrigens aus dem Vorwort zum “Liber Confortatorius” (ermutigendes Buch) des französischen Mönchs Goscelin aus dem Jahr 1083.

(Danke für den Link, Tobi!)

Fast-Unwort

Och Mensch, jetzt habe ich schon gedacht, das Wort “Konvertiten-Register” wäre der Senkrechtstarter auf dem Weg zum Unwort des Jahres 2007.

Und dann stellt sich heraus, dass das gar kein Zitat war, und der Begriff so nie gefallen ist: Eine Ente, gewissermaßen.

Menno. Bosbach, Sie sind raus.

Malerisch wie ein Industriehafen

Manche Blog-Kommentare sind zu schön, um sie einfach so sang- und klanglos verschwinden zu lassen; so wie dieser hier:

“Die zweckdienlich eingerichteten Zimmer in der verkehrsgünstig am Flughafen gelegenen und bei Gruppen beliebten Anlage ist nur einen Fußmarsch mittlerer Dauer vom Kiesstrand am malerischen Industriehafen entfernt”

Ein von “Sascha” im Lawblog erdachte Beschreibung eines 1-Sterne-Hotels im Reiseführer.

Amerikaner und ihre Waffen

Wie passend (angesichts der jüngsten Kritik an den Amerikanischen Waffengesetzen): Ein Buch namens “Armed America”, Portraits von Amerikanern mit ihren Waffen.

Ausschnitt aus “Armed America”

Anthony, der Herr im Bild, sagt dazu:

Ich habe eine Waffe, weil ich ein verdammter Amerikaner bin und ein Marine. Das ist mein gottgegebenes Recht.

Äh, ja, genau.

Wie so oft tritt die erstaunliche Fähigkeit der amerikanischen Gesellschaft zu Tage, brennende soziale Probleme über Generationen hinweg zu ignorieren, nebenbei mit einer diffusen Prise Nationalstolz zu bestreuen, nur um ruhiger schlafen zu können.

Dass Menschen ihre “gottgegebenen” Waffen dazu missbrauchen, auf andere zu schießen, ist natürlich nur ein dummer kleiner Nebeneffekt. An passenden Binsenweisheiten mangelt es nicht; so hat der amerikanische Präsident seinen Sprecher am Montag vorlesen lassen:

Der Präsident glaubt, dass die Menschen ein Recht haben, Waffen zu tragen, aber dass man dabei alle Gesetze befolgen muss.

De facto schränken freilich auch die Amerikaner das freie Waffentragen ein: Auf Ämter darf man beispielsweise keine Waffen mitbringen, und auch das verdeckte Tragen ist strafbar; auch der Staat Oregon hat auf seinen Universitätscampi seit einigen Jahren ein striktes Waffenverbot. Für die NRA und den Ortsverein der Republikaner ständiger Anlass, die “Verletzung ihrer verfassungsmäßigen Rechte” öffentlich anzuprangern — aber es hat bereits mehrfacher gerichtlicher Prüfung standgehalten. Manchmal verlosten die genannten Gruppen daher zwar ein Sturmgewehr mittags auf dem Uni-Platz, die Preisverleihung mussten sie aber dann sonstwo veranstalten.

Das eigentliche Problem lösen sie damit natürlich nicht: Wenn ich jemandem freudestrahlend Waffen in die Hand drücke und auch seine Hasstiraden auf seine Mitmenschen als Ausdruck seiner freien Rede belächele (solange er sich nicht sexuell betätigt oder gar — Gott bewahre — Alkohol konsumiert ist schließlich alles im grünen Bereich), dann muss ich mich nicht wundern, wenn er am Ende nicht nur auf Zielscheiben feuert.

Da es sich aber jenseits des großen Teiches als erfolgversprechend erwiesen hat, dass Probleme schon vergehen, wenn man nur penetrant genug wegschaut, wird sich die Taktik wohl auch so schnell nicht ändern. Bis zum nächsten mal.

(Buch-Link via kottke)

Wiirscheinlichkeiten

Bei amazon.com hat man gegenwärtig die Möglichkeit, zum Kauf einer Nintendo Wii ausgelost zu werden. Sprich: Man meldet sich an, und wenn man gezogen wird, bekommt man die beliebte Spielekonsole zum Listenpreis von 250 US-Dollar statt um die 600 auf Ebay.

A Nintendo Wii

Wirklich interessant ist an der Verlosungsseite aber die Liste von Wahrscheinlichkeiten, die sie mit dazuschreiben. Hier ein paar Auszüge:

Wie wahrscheinlich ist es eigentlich, dass

  • … man bei dieser Aktion eine Nintendo Wii kaufen kann: 18 zu 1 (im Moment)
  • … eine amerikanische Steuererklärung geprüft wird: 175 zu 1
  • … man an einem Asteroideneinschlag stirbt: 20.000 zu 1
  • … man vom Blitz getroffen wird: 576.000 zu 1

Originell auch das Kleingedruckte: :)

Wir nehmen an, dass “Sie” ein zufällig ausgewählter, erwachsener Amerikaner sind. Wir nehmen auch an, dass Sie verstehen, dass diese Zahlen (…) bestenfalls eine Näherung sind. (Also unabhängig davon, was Sie hier lesen, stellen Sie sich nicht während eines Sturms mitten auf einen Acker, okay?)

(via Elliot Back)

Indianerstamm kauft Rockercafés

HRC by Neil T on FlickrSkurril, skurril: Wie ich heute morgen im Internet lese, hat ein Indianerstamm aus Florida für fast eine Milliarde Dollar die britische Restaurantkette Hard Rock Cafe gekauft.

Der Indianerstamm hatte bereits zuvor zwei Casinos in den USA betrieben, die die Marke “Hard Rock Cafe” führten. Zum Hintergrund: Das Betreiben von kommerziellen Casinos ist in den meisten Amerikanischen Bundesstaaten illegal. Nicht aber für Indianer auf dem Land, das ihrem Stamm gehört (auch in Staaten, wo es sonst verboten ist, Oregon und Kalifornien, zum Beispiel). Deshalb ist das kommerzielle Glücksspiel für einige Indianerstämme eine lukrative Einnahmequelle. (Ein paar mehr Infos hat der Wikipedia-Artikel zum Glücksspiel in den USA).

Die neuen Eigentümer des Ladens scheinen übrigens bunte Vögel zu sein: Ein anderes Blog drückt sich mit den Worten aus:

Ersten Berichten zufolge waren Mitglieder von Kiss anwesend, aber wie sich herausstellte, waren das nur die neuen Eigentümer.

(via tagesschau)