Archive for the 'really strange' Category

Strahlendes Geburtstagskind

Heute vor 53 Jahren wurde das erste Kernkraftwerk der Welt eröffnet, und zwar in Obninsk in der Nähe von Moskau (Link zum wired news-Artikel).

Obninsk Power Plant; picture courtesy of ictj.org

Wappen von ObninskAngeblich ist die russische Stadt übrigens Partnerstadt von Oak Ridge, Tennessee — einem Ort unweit von Knoxville, TN, wo die USA in den 40er Jahren eine große Fabrik für die Rohmaterialien für Kernwaffen betrieben (als Teil des “Manhattan-Projekts”, das letztlich zum Abwurf der nuklearen Bomben über Hiroshima und Nagasaki führte). Da befindet sich Obninsk — nach eigener Aussage die “beste Stadt der Welt” — ja in bester Gesellschaft.

Rechts: Das Wappen der Stadt Obninsk. Wie passend!

(Wappen von vector-images.com)

Persönliche Daten für sechs Cent

Heute lag eine Marketing-Umfrage der Deutschen Post AG im Briefkasten. Der Fragebogen befasst sich mit den persönlichen Vorlieben der Einsender hinsichtlich Autos. Als “Gegenleistung” werden 500 mal 50 Euro in Aral-Tankgutscheinen verlost:

Post-Umfrage Autos

Da es sich ja um persönliche Daten handelt, die wir hier “verkaufen”, rechnen wir doch einfach mal etwas nach.
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Bewährte Methoden

Im Kampf gegen G8-Gegner setzt die Polizei nun auf “bewährte Methoden”:

Die Polizei hat bei mehreren G8-Gegnern Körpergeruchs-Proben genommen. (…) Mit Hilfe der Geruchsproben sollen besonders abgerichtete Hunde Tatverdächtige wiedererkennen.

schreibt die Tagesschau heute.

“Bewährt” deshalb, weil die Methode auch schon regelmäßig von der DDR-Staatssicherheit bei Dissidenten durchgeführt wurde (siehe z.B. Wikipedia).

Zu den Argumenten der G8-Befürworter und -Gegner mag man ja stehen wie man will: Fraglich bleibt es trotzdem, wer von beiden dem Ruf Deutschlands in der Welt potentiell mehr schadet: Demonstranten am Zaun in Heiligendamm, oder die Polizei, die sich zur Gefahrabwehr äußerst fragwürdiger Methoden aus dem Repertoire früherer deutscher Unrechtsstaaten bedient. Den “Unterbindungsgewahrsam” soll man schließlich auch nicht “Vorbeugehaft” nennen, weil der Begriff vom dritten Reich vorgeprägt ist…

Blow, Flow

Gestern sah ich in der Verbandszeitung (der “Blasmusiker”) des lokalen Blasmusikverbands eine Anzeige für einen Fotowettbewerb (junge Musiker sollen Fotos vom Musikmachen einschicken).

Das ganze steht unter dem schmerzhaft “denglischen” Motto:

Durch Blow zum Flow
Durch Blow zum Flow

Und es kommt wie es kommen musste, wenn man mit sinnarmen Anglizismen um sich wirft: Schade, dass “Blow” zufällig ein landläufiger Slang-Ausdruck für Kokain ist, was das Motto dann doch ein bisschen absurd aussehen lässt…

Another Beer

Eh, wie peinlich, als ich am Donnerstag der Bedienung sagte:

Ein anderes Pils bitte!

Verdutzt hat sie mich gefragt ob ich denn kein normales 0,33er wolle — aber ja doch!

Was für ein “denglischer” Faux-pas! Eindeutig zu viel Englisch gesprochen in letzter Zeit…

Hunde wegschmeißen verboten

Dieses von “Gulaschgustloff” auf flickr veröffentlichte Foto aus dem Karlsruher Schlosspark zeigt, wie sehr man sich in Karlsruhe um das Wohlergehen des “besten Freundes des Menschen” sorgt:

Hunde wegwerfen verboten

Gut zu wissen, dass das Hunde Wegwerfen im Schlosspark strengstens verboten ist. Wär ja auch noch schöner. ;)

Von den Kosten einer Monokultur

Gen Kanai, von Mozilla Japan, hat jüngst einen Artikel gebloggt von seinen Erfahrungen bei einem Besuch in Südkorea. “The cost of monoculture” hat er ihn getauft, und er handelt von der einzigartigen Internetlandschaft dort und von den Problemen, denen das “technologische Wunderland” gerade entgegensieht. Auszüge (Übersetzung von mir):

Was würden Sie sagen wenn ich Ihnen erzähle, dass es ein Land gibt, das ein technologischer Vorreiter ist, als einer der Ersten E-Commerce eingeführt hat, Weltführer bei der Einführung von Mobiltelefonen der dritten Generation, beim kabellosen Breitband-Internet und bei Breitbandanschlüssen ist, und außerdem bei Blogs etc ganz vorne mitspielt. Klingt nach einem tollen Ort, oder? Ein technologisches Wunderland, reine Utopie?

Falsch.

Diese Nation ist außerdem eine einzigartige Monokultur, in der 99,9% aller Computer Microsoft Windows verwenden.

und weiter:

Der südkoreanische Markt ist in einer einzigartigen Situation, wo Entscheidungen, die vor einer langen Zeit gefällt wurden, eine Monokultur auf dem Markt erzeugt haben, die jetzt unbeabsichtigte Auswirkungen hat auf jeden, der in Südkorea einen Computer besitzt. Diese Geschichte ist so faszinierend, weil sie wahr ist.

Mich hat die Geschichte in der Tat fasziniert und sie zeigt, wie wichtig Offenheit für das Web ist. (De-facto-) Monopole wie dieses schaden den Benutzern und den Anbietern gleichermaßen und sie verschlingen (wie in diesem Fall) schier unglaubliche Summen, wenn Probleme auftreten. (Und die Frage ist nicht “ob”, sondern “wann”).

Für Südkorea bleibt uns nur zu hoffen, dass sie sie sich langsam aber sicher aus der Sackgasse befreien können, in die sie sich manövriert haben. Angesichts des Ausmaßes der Misere wird die dortige Volkswirtschaft aber wohl noch für viele Jahre darunter zu leiden haben.