Archive for the 'really strange' Category

Noch frei

Beim Kraftfahrzeugamt (DMV) von Kalifornien kann man personalisierte Kennzeichen online beantragen. Schade nur, dass so ziemlich alle guten Kennzeichen schon vergeben sind. Die meisten Namen, zum Beispiel.

Nur wenige erfreuen sich eher eingeschränkter Beliebtheit und sind bis dato noch frei:
Osama Californian License Plate
… Ich frage mich bloß, warum.

Alternativ hat übrigens der US-Staat Oklahoma ein neues Spezialkennzeichen für den patriotischen US-Bürger, mit grimmigem Adler auf Flecktarn:
Oklahoma License Plate
(via boingboing)

Ob die Kombination aus beidem noch zu haben ist? :)

Eine YouTube-Lizenz, bitte

Broken TelevisionLeider kein Scherz:

Ich fahre in Urlaub, drehe ein kleines Filmchen über meine Erlebnisse und möchte meine Freunde daran im Internet teilhaben lassen – vorher habe ich aber bitte schön eine Senderlizenz zu beantragen, deren Genehmigung vermutlich Monate braucht.

Bizarre Vorstellung?

Nein, der Wunschtraum der Landesmedienanstalt NRW – und hoffentlich eine der letzten Zuckungen einer überkommenen Institution. Und einem Interview mit der „Taz“ begründet Norbert Schneider, Chef der Landesmedienanstalt der NRW solch eine Lizenzierung für jeden, der Videos im Internet veröffentlichen möchte auch noch damit, dies sei keine Beschränkung, sondern Schutz. Diese Argumentationslinie kennt man sonst nur aus Ländern wie China oder dem Iran.

Solch irrwitzige Vorschläge passen ins Bild, das Deutschland im Jahr 2007 bietet: In keinem Land mit demokratischer Grundordnung wird so negativ und hämisch über das Internet berichtet, in keinem Land der westlichen Welt sind die Entscheider in Politik, Verwaltung und Wirtschaft im Bereich Web so inkompetent wie hier zu Lande. Ohne sich mit dem Thema zu beschäftigen werten sie das Internet wahlweise ab als Hort des Drecks, des Kindermissbrauchs oder der Dummheit – oft genug auch alles zusammen. Dabei braucht dieses politikverdrossene Land nichts dringender als Menschen, die bereit sind zu Diskurs und Kreativität.

Thomas Knüwer über die Idee, Videoveröffentlichungen im Internet vorab lizensieren lassen zu müssen.

Wenn man manche Leute reden hört (oder liest) muss man mit dem Kopf schütteln und sich beim Kalender versichern, dass es wirklich das Jahr 2007 ist. Die Erkenntnis, dass solch antiquierte Vorstellungen an den Spitzen einflussreicher Gremien vorherrschen, ist einigermaßen schauderhaft.

Leider befindet sich Norbert Schneider aber in bester Gesellschaft: Inmitten von Politikern, die sich unsicher sind, was eigentlich ein Browser ist, oder ihre eigene Homepage sowieso eigentlich noch nie besucht haben:

Link: sevenload.com

Andererseits muss sich der Innenminister ja auch nicht im Internet auskennen, um es mal kurz überwachen zu lassen.

(Bild “one less television” Creative Commons-lizensiert von Kevin Steele auf flickr)

Schocker

Unglaublich! Überraschend, völlig unerwartet und von niemandem geahnt hat es einen Dopingfall im Profiradsport gegeben. Alexandre Vinokourov, Kapitän vom Team Astana, wurde positiv auf Blutdoping getestet.

Jetzt live im Fernsehen*: Selbstmord einer Sportart.

*) Oh, natürlich nicht “live”, bzw. nur noch auf den Privatsendern, die sich über mögliche Skrupel beim Ausstrahlen der Tour mittels Werbegeldern hinwegtrösten… ;)

Alles außer Benzin

Der Euro ist auf einem Rekordhöchststand gegenüber dem Dollar.

Was bedeutet das? Aus “Euroland” exportierte Waren werden für die Weltwirtschaft teurer (was potentiell dem Exportland Deutschland schaden könnte), importierte Waren werden aber billiger.

Naja, alle Waren außer Erdölerzeugnissen natürlich, deren Preise in magischer Unabhängigkeit vom Dollar dann steigen, wenn der Dollar stark ist, und wenn der Dollar schwach ist — dann steigen sie auch. So stieg — natürlich nur rein zufällig zum selben Zeitpunkt wie der Streik bei der Deutschen Bahn — der Benzinpreis mal wieder deutlich, um etwa 8 Cent pro Liter.

Die Mineralölkonzerne haben aber natürlich wie immer eine frei erfundene Ausrede stichhaltige Begründung zur Hand. Der Ölmarkt ist schuld, und bindet den armen Konzernen die Hände. Ich habe Mitleid.

Babies nicht so unschuldig wie sie tun

Lustig: Wissenschaftler in Großbritannien haben in einer Studie herausgefunden, dass Babies dazu in der Lage sind, zu lügen, und das schon ab einem Alter von sechs Monaten, nicht erst mit etwa vier Jahren wie zuvor angenommen.

So sollen Babies absichtlich weinen, obwohl nichts los ist, um die Aufmerksamkeit der Eltern zu erwecken:

“Fake crying is one of the earliest forms of deception to emerge, and infants use it to get attention even though nothing is wrong. You can tell, as they will then pause while they wait to hear if their mother is responding, before crying again.”

Offenbar ist das aber nur für Forscher neu: Eltern, die schonmal Kinder großgezogen haben, zeigen sich von der Erkenntnis nur wenig überrascht ;)
(Link zum Artikel im “Telegraph”, via bb)

Wie romantisch

Der — ehemalige — britische Premierminister Tony Blair hat seiner Frau offenbar den Heiratsantrag gemacht, während sie im Bad die Toilette schrubbte (berichtet die BBC). Na, wenn das nicht romantisch ist, weiß ich auch nicht ;)
(Link)

Karlsruher Studiticket: Preis steigt überproportional

Karlsruhe: TramGerade sind mir meine ersten Semestertickets in die Hände gefallen, genauer aus dem Wintersemester 2002. Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) nahm damals 68 Euro für ein Semester lang Bahnfahren von den Studenten (zzgl. etwa 15 Euro Solidaranteil, der von jedem Studenten über das Studentenwerk bezahlt wird, ob er Bahn fährt oder nicht).

Zum kommenden Wintersemester wird das gleiche Ticket 102,50 Euro kosten.

Die “gefühlte” Preissteigerung ist schon sehr deutlich. Aber weil ein Gefühl da ja trügen kann, habe ich mal ausgerechnet, wie viel es tatsächlich ist.

Verglichen habe ich die Nettopreise, da die gestiegene Umsatzsteuer ja nicht dem Unternehmen zuzurechnen ist. Und siehe da: Eine Steigerung von 58,62 Euro auf 86,13 Euro (jeweils netto) ergibt eine jährliche Teuerungsrate von relativ genau 8 Prozent.

Damit ist die Preissteigerung der Karlsruher Studententickets zwischen zwei- und viermal so hoch wie die vom statistischen Bundesamt ermittelte jährliche Preissteigerung im Sektor “Verkehr” im betreffenden Zeitraum.

Fraglich ist, ob der KVV hier (scheinbar) unmerklich, aber deutlich die Preise erhöhen will, sie sich aber nicht trauen, mehr als 8 Prozent pro Jahr zu erhöhen, um öffentliche Gegenwehr zu vermeiden — oder ob die anfängliche Kalkulation wirtschaftlich so unhaltbar war, dass man seit nunmehr fünf Jahren versucht, den Preis in realistischere Regionen zu bewegen.