Lufthansa “Mexiko-Grippe” Flugblatt

Am Wochenende flog ich von den USA nach Deutschland und bekam am Gate von den Lufthansa-Mitarbeitern ein Flugblatt des Robert-Koch-Instituts in die Hand gedrückt, in dem sie vor einem “neuartigen Grippevirus” warnt. Aus dem Inhalt:

Sehr geehrte Fluggäste,

in dem Land, in dem Sie zu diesem Flug eingestiegen sind, ist es kürzlich zu Grippe-Erkrankungen gekommen, die durch ein neuartiges Grippevirus hervorgerufen wurden.

Auf der Rückseite wird der möglicherweise behandelnde Arzt über die “Schweinegrippe” informiert und spezifische Anweisungen gegeben, mit welchen Grippemitteln der Patient behandelt werden sollte.

Die Ausgangsfassung des Robert-Koch-Instituts (erhältlich auf dessen Webseite) enthält hingegen keine spezifischen Dosisanweisungen, und empfiehlt den Medizinern lediglich die “Gabe von Neuraminidasehemmern in therapeutischer Dosierung gemäß Fachinformation in Erwägung [zu] ziehen”.

Lufthansa Influenza Flugblatt

Mit einem Klick auf das Bild könnt ihr das ganze Dokument als PDF-Datei ansehen.

“Zensursula” bekommt ihre eigene Schablone

Das Internet hat seine ganz eigene Art von Galgenhumor:

Zensursula T-Shirt

Das “Zensursula” T-Shirt zu Ehren der Familienministerin (Ressort “Raubbau an Freiheitsrechten”) gibt es kostenlos zuzüglich 6,90 Euro Versand auf 3dsupply.de.

Mit ihrer “Ehrung” als “Graffiti”-Schablone befindet sich Frau von-der-Leyen übrigens in guter Gesellschaft. Schon seit einiger Zeit gibt es die “Schäublone” zur Kritik an Wolfgang “wer nichts zu verbergen hat” Schäubles Politik, die ihm schon mehr als einmal das Kopfschütteln des Karlsruher Bundesverfassungsgerichts eingebracht hat. Einsicht oder gar Selbstkritik hat Herr Schäuble in der Folge freilich nicht gezeigt.

Auch Wirtschaftsminister zu Guttenberg hat seine eigene Schablone bekommen (via lawblog):
Guttenberg Schablone

Zu Guttenberg ist “betroffen”, dass es Menschen gibt, die die großflächige Einschränkung des Grundrechts der Informationsfreiheit nicht hinnehmen möchten, schon deshalb nicht, weil es zur Bekämpfung der Kinderpornographie völlig ungeeignet ist. Wir, die Bürger, sind hingegen betroffen, dass Politiker wie Herr Guttenberg offenbar leichten Herzens die Grundrechte aller mittels heimlicher Internet-Zensur radikal einschränken wollen, statt die Verbrecher, die Kinderpornographie herstellen und konsumieren, direkt zu bekämpfen. Der Stern schreibt über den ziellosen Aktionismus des Staates unter dem Titel “Operation Ohnmacht”.

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Grüne leihen bei den “Ärzten”

Die Ärzte - Farin Urlaub
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In der Präambel zum neuen “Gesellschaftsvertrag” der Grünen heißt es auf Zeile 90:

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es ist nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Wird Farin Urlaub freuen, das zu hören :)

(via tagesschau.de)

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Immer mehr Gegner der Internetsperren in Deutschland

50000Die Online-Petition beim Deutschen Bundestag gegen die unsäglichen Pläne der Bundesregierung, Contentfilter im Internet einzurichten, hat nun auch einen Twitter-Feed.

Unter dem Namen @Mitzeichner notiert ein Bot, wie viele Leute bereits die Petition online “unterzeichnet” haben — zum jetzigen Zeitpunkt beispielsweise bereits über 40.000 Leute.

Mitzeichner on Twitter

Ich freue mich, dass die Mindestzahl von 50.000 Unterzeichnern in greifbare Nähe gerückt ist.

In diesem Zusammenhang bin ich über eine weitere interessante Webseite gestolpert: Der Verein MOGIS (kurz für “Missbrauchsopfer gegen Internetsperren”) hat es sich zum Ziel gesetzt, die geplanten Internetsperren zu verhindern. Den Grund dafür beschreibt der Verein auf seiner Internetseite:

wir [wollen] uns hier nicht … als Galionsfiguren einer schleichenden Einführung einer Internetzensur missbrauchen lassen.

Denn seien wir doch mal ehrlich, da wird doch kein einziges Kind weniger missbraucht, nur weil Frau von der Laien meint ein paar DNS-Namen umbiegen zu müssen.
(…)
Da wird also ein Kind missbraucht, und die Politik schaut, demnächst auch dank DNS-Sperren, weg?
(…)
Und deswegen stehen wir für ein zensurfreies Internet ein, als “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren”.

Ich habe großen Respekt vor diesen Missbrauchsopfern, die sich als Gruppe derer, die hier vermeintlich geschützt werden sollen, zusammentun, um diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.

Petition gegen Internetsperren

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Es gibt nun eine Petition beim Deutschen Bundestag gegen die in Deutschland geplanten Internetsperren:

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Liebe Leser, bitte unterzeichnet die Petition. Was wir in Deutschland benötigen ist ein effektiver Kampf gegen Kinderpornographie, und nicht das Aufstellen “spanischer Wände” im Internet. Staatlich verordnetes Wegschauen auf Kosten der Meinungs- und Informationsfreiheit aller ist keine Lösung.

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Karlsruhe Institute of Technology (KIT) setzt beinahe auf Google Mail (nur zwischen dem 31.3. und 2.4.)

Update (siehe unten): Die Geschichte war natürlich ein Aprilscherz — bis auf die Geschichte mit United Internet hätte es natürlich durchaus sein können. Schade, dass das wohl auch für zukünftige Studentengenerationen bedeutet, dass sie mit unzeitgemäßen E-Mail-Postfächern herumdümpeln müssen — die armen! :)

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Einer Nachricht des Rechenzentrums der Universität Karlsruhe zufolge werden die E-Mail-Accounts des Forschungszentrums Karlsruhe und der Universität Karlsruhe in Zukunft durch “Google Mail für Organisationen” betrieben werden. Das aus der Verbindung dieser beiden Organisationen neu gegründete Karlsruhe Institute of Technology wird viele Strukturen, die gegenwärtig auf beiden Seiten getrennt vorhanden sind, zusammenführen, so auch die zentrale E-Mail-Verwaltung, die dann komplett beim “Steinbuch Centre for Computing” liegen wird.

Die Nachricht ist zwischenzeitlich von der Webseite verschwunden, aber im Google Cache befindet sie sich noch. Hier ist sie im Volltext:

Inbetriebnahme des KIT-E-Mail-Dienstes

Nachdem der Entwurf für das KIT-Gesetz vom Kabinett verabschiedet worden ist (http://www.kit.edu/fzk/…), kann nun die nächste Stufe des KIT-E-Mail-Dienstes den Betrieb aufnehmen. Nachdem bisher E-Mail-Adressen der Form Vorname.Nachname@student.kit.edu (bzw. für Mitarbeiter Vorname.Nachname@kit.edu.rz.uni-karlsruhe.de) nur als Weiterleitung realisiert waren, können nun auch entsprechende Postfächer angelegt werden.

Um den ROI (Return On Invest) zu optimieren und den TCO (Total Cost of Ownership) möglichst gering zu halten, wurden verschiedene hausinterne Lösungen (u.a. Cyrus, Lotus Domino und Exchange) mit Angeboten externer Dienstleister verglichen. Auch eine Übernahme der angeschlagenen United Internet (siehe http://www.heise.de/…) im Rahmen einer Erweiterung der Uni-FZK-Fusion wurde in Erwägung gezogen, um an die E-Mail-Lösungen von GMX und web.de zu gelangen.

Letztendlich hat sich der Suchmaschinenanbieter Google mit seiner Lösung “Google Mail für Organisationen” durchsetzen können. Gerade auch angesichts der eingesetzten Studiengebühren (http://www.zvw.uni-karlsruhe.de/8107.php) bietet Google Apps Education Edition hier den größten Mehrwehrt (siehe dazu auch http://www.google.com/…) – so werden Studierende über ein Postfach von 8 GB verfügen können, Mitarbeiter bekommen 16 GB, Vorstandsmitglieder und Professoren erhalten 25 GB. Im Rahmen der USA-Reise der Rektorats-Delegation (nachzulesen in KIT-Kompakt
und unter http://www.uni-karlsruhe.de/…) informierte sich der CIO (Chief Information Officer) des KIT auch über die Umsetzung der “Google Apps Education Edition” an der Arizona State University (ASU)
(siehe auch http://www.google.com/…), der Ausschuss für Informationsversorgung und -verarbeitung (IV-A) gab danach dem Steinbuch Centre for Computing (SCC) die Freigabe für den Vertragsschluss mit Google Inc., Mountain View, CA.

Der neue Dienst steht ab dem 1.4.2009 allen Angehörigen der Universität und des Forschungszentrums zur Verfügung, die sich bereits unter studium.kit.edu bzw. intra.kit.edu registriert haben. Da aus datenschutzrechtlichen Gründen Ihr bisheriges KIT-Passwort nicht an externe Dienstleister weitergegeben
werden darf, ist eine zusätzliche Registrierung bei Google mit Ihrer KIT-E-Mail-Adresse unter http://www.google.com/… erforderlich.

Nach erfolgreicher Registrierung stehen dann auf den Portalseiten intra.kit.edu bzw. studium.kit.edu Schaltflächen für die Migration Ihrer bisherigen POP- bzw. IMAP-Mailbox zu Google zur Verfügung. Weitere Informationen und Hilfe bei Problemen erhalten Sie unter http://www.google.com/… .

RZ-Meldung vom Wed Apr 1 01:24:44 CEST 2009 (andy (at) nzlx1.rz.uni-karlsruhe.de)

Verschiedene Punkte finde ich an dieser Stelle bemerkenswert: Zum einen interessiert es mich, wie die Datenschutzfragen geklärt wurden — ich nehme an (oder hoffe zumindest), dass diese auch Teil der Evaluation waren, und es nicht nur um die reinen Betriebskosten ging. Sollte das aber zur Zufriedenheit geklärt worden sein, dann sind 8 Gigabyte für Studierende schon ein Wort: Als ich noch studierte, tat sich die Uni regelmäßig dadurch hervor, ihre Quotas sehr knapp zu bemessen (anfangs 50 MB für E-Mail, wenn ich mich recht erinnere, später 80 MB). Da waren meine amerikanischen Universitäten deutlich spendabler.

Zuletzt beeindruckt mich der Gedankengang, die United Internet AG übernehmen zu wollen, um an deren E-Mail-Service zu gelangen. Das ist sicher nur eine verunfallte Formulierung in dieser Meldung, denn falls nicht, dann wäre es wohl ein Zeichen einer gewissen Hybris, eine große Internetfirma übernehmen zu wollen, nur um auf deren Servern später eine Handvoll E-Mail-Postfächer hosten zu können. Aber “kleine Brötchen backen” ist ja nunmal nicht jedermanns Sache.

Update: Der schlaue Stefan hat natürlich gleich erkannt, dass es sich um einen Aprilscherz handelte. Leider bin ich ihm zugegeben aufgesessen — da spätestens nach dem Titel “Eliteuni” Bescheidenheit nicht mehr zu einer der Tugenden meiner Uni gehörte, war das auch besonders leicht, darauf hereinzufallen. Gut, gut, lasse ich diesen Blog-Eintrag zur Dokumentation meines verspäteten Draufreinfallens einmal hier stehen. ;)

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Nur fast jeder ein Gefährder

Im Zusammenhang mit dem schrecklichen Amoklauf gestern im Raum Stuttgart werden nun wieder Stimmen laut, die so genannte “Killerspiele” einschränken, oder besser noch ganz verbieten möchten. Zeitgleich, wenn auch etwas leiser, fragen andere nach einer Verschärfung der Waffengesetze.

Und inmitten all dieser Forderungen sitzt unser herzallerliebster Innenminister Schäuble und sagt, unsere Gesetze seien streng genug.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Nur, falls Sie die letzten Jahre hinter dem Mond gelebt haben, ja, das ist derselbe Innenminister, der in jedem unbescholtenen Staatsbürger einen “potentiellen Gefährder” sieht, und sich dann beschwert, dass das Karlsruher Bundesverfassungsgericht seinen Job ernst nimmt und ihm allerhand verfassungswidrige Gesetze links und rechts um die Ohren haut.

Herr Schäuble gegen das Verschärfen von Gesetzen.

Wow.

Dass ich das noch erleben darf :)

200-300 Hass-Mails

Aus einem Interview des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, mit dem Tagesspiegel:

“[Wir haben festgestellt], dass während des Gaza-Krieges die Zahl der Hass-Mails an den Zentralrat um 40 Prozent auf 200 bis 300 pro Woche zugenommen hat.”

200-300 Hass-Mails pro Woche? Also man kann ja über die Politik des Staates Israel denken was man möchte — aber den Vertretungen jüdischer Gemeinden in Deutschland Hass-Mails zu schreiben, noch dazu viele hundert, das ist schon erbärmlich.

Sachen gibts.

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