“Zensursula” bekommt ihre eigene Schablone

Das Internet hat seine ganz eigene Art von Galgenhumor:

Zensursula T-Shirt

Das “Zensursula” T-Shirt zu Ehren der Familienministerin (Ressort “Raubbau an Freiheitsrechten”) gibt es kostenlos zuzüglich 6,90 Euro Versand auf 3dsupply.de.

Mit ihrer “Ehrung” als “Graffiti”-Schablone befindet sich Frau von-der-Leyen übrigens in guter Gesellschaft. Schon seit einiger Zeit gibt es die “Schäublone” zur Kritik an Wolfgang “wer nichts zu verbergen hat” Schäubles Politik, die ihm schon mehr als einmal das Kopfschütteln des Karlsruher Bundesverfassungsgerichts eingebracht hat. Einsicht oder gar Selbstkritik hat Herr Schäuble in der Folge freilich nicht gezeigt.

Auch Wirtschaftsminister zu Guttenberg hat seine eigene Schablone bekommen (via lawblog):
Guttenberg Schablone

Zu Guttenberg ist “betroffen”, dass es Menschen gibt, die die großflächige Einschränkung des Grundrechts der Informationsfreiheit nicht hinnehmen möchten, schon deshalb nicht, weil es zur Bekämpfung der Kinderpornographie völlig ungeeignet ist. Wir, die Bürger, sind hingegen betroffen, dass Politiker wie Herr Guttenberg offenbar leichten Herzens die Grundrechte aller mittels heimlicher Internet-Zensur radikal einschränken wollen, statt die Verbrecher, die Kinderpornographie herstellen und konsumieren, direkt zu bekämpfen. Der Stern schreibt über den ziellosen Aktionismus des Staates unter dem Titel “Operation Ohnmacht”.

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Grüne leihen bei den “Ärzten”

Die Ärzte - Farin Urlaub
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In der Präambel zum neuen “Gesellschaftsvertrag” der Grünen heißt es auf Zeile 90:

Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es ist nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Wird Farin Urlaub freuen, das zu hören :)

(via tagesschau.de)

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Immer mehr Gegner der Internetsperren in Deutschland

50000Die Online-Petition beim Deutschen Bundestag gegen die unsäglichen Pläne der Bundesregierung, Contentfilter im Internet einzurichten, hat nun auch einen Twitter-Feed.

Unter dem Namen @Mitzeichner notiert ein Bot, wie viele Leute bereits die Petition online “unterzeichnet” haben — zum jetzigen Zeitpunkt beispielsweise bereits über 40.000 Leute.

Mitzeichner on Twitter

Ich freue mich, dass die Mindestzahl von 50.000 Unterzeichnern in greifbare Nähe gerückt ist.

In diesem Zusammenhang bin ich über eine weitere interessante Webseite gestolpert: Der Verein MOGIS (kurz für “Missbrauchsopfer gegen Internetsperren”) hat es sich zum Ziel gesetzt, die geplanten Internetsperren zu verhindern. Den Grund dafür beschreibt der Verein auf seiner Internetseite:

wir [wollen] uns hier nicht … als Galionsfiguren einer schleichenden Einführung einer Internetzensur missbrauchen lassen.

Denn seien wir doch mal ehrlich, da wird doch kein einziges Kind weniger missbraucht, nur weil Frau von der Laien meint ein paar DNS-Namen umbiegen zu müssen.
(…)
Da wird also ein Kind missbraucht, und die Politik schaut, demnächst auch dank DNS-Sperren, weg?
(…)
Und deswegen stehen wir für ein zensurfreies Internet ein, als “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren”.

Ich habe großen Respekt vor diesen Missbrauchsopfern, die sich als Gruppe derer, die hier vermeintlich geschützt werden sollen, zusammentun, um diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.

Petition gegen Internetsperren

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Creative Commons License photo credit: greg westfall.
Es gibt nun eine Petition beim Deutschen Bundestag gegen die in Deutschland geplanten Internetsperren:

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Liebe Leser, bitte unterzeichnet die Petition. Was wir in Deutschland benötigen ist ein effektiver Kampf gegen Kinderpornographie, und nicht das Aufstellen “spanischer Wände” im Internet. Staatlich verordnetes Wegschauen auf Kosten der Meinungs- und Informationsfreiheit aller ist keine Lösung.

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T-Mobile: Auf Ausfall folgt Entschuldigungs-Stress-Test

Nach dem gewaltigen Netzausfall beim T-Mobile am Dienstag wagt der Handyanbieter nun für Sonntag einen Stresstest: Die Kunden dürfen den ganzen Tag kostenlos SMS in alle deutschen Netze senden.

T-Mobile-Ausfall
(Screenshot: t-mobile.de)

Angesichts der verschwindend geringen Grenzpreise für SMS auf Seiten der Anbieter dürften sich die Schmerzen für diese “Entschuldigungs-Aktion” in Grenzen halten. Außerdem bleibt anzunehmen, dass das Senden von SMS besser skaliert als das Telefonieren: Würde sich T-Mobile mit kostenlosen Telefongesprächen entschuldigen, wäre möglicherweise der nächste Ausfall vorprogrammiert — diesmal wegen Überlastung. Das wäre zwar angenehm ironisch, für das Unternehmen aber wohl nur eingeschränkt komisch.

Ich gehöre übrigens auch zu den “Glücklichen” — zwar kein direkter T-Mobile-Kunde, sondern bei einem Reseller, aber auch ich war offenbar vom Ausfall betroffen. Ist mir aber — ach deswegen war es so ruhig! — gar nicht weiter aufgefallen.

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Der “Laienfilter”

coffee 10
Creative Commons License photo credit: broodkast
Oliver von aptgetupdate.de hat sich einmal überlegt, wie so ein von-der-”Laien”filter denn so aussehen könnte. Ein Auszug:


# Notiz: Gesetze noch nicht verabschiedet, kommt noch.
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /thepiratebay.org/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /wikipedia.org/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /www.amnesty.de/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /www.wikileaks.de/ or


# Erst kurz vor den Wahlen auskommentieren
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /spd.de/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /gruene.de/ or

Link

Was wahlweise wie Satire oder bitterer Zynismus klingt, ist vielleicht gar nicht so weit hergeholt. Denn was sich gut anhört (Kampf gegen die Kinderpornographie), hat schon jetzt viele Begehrlichkeiten geweckt, die mit dem lobenswerten Ursprungsziel nichts mehr zu tun haben. Und das, noch lange bevor es endgültig beschlossene Sache ist.

Ähnlich kritisch sieht das auch Jochen Magnus in einem Kommentar in der Rhein-Zeitung:

Eine gar nicht amüsante Vorstellung: Die Polizei regelt auch den Verkehr im Internet. Dabei bekommt sie viel zu tun, denn schon jetzt hat die Musikindustrie unverblümt ihr Interesse an der Sperrung illegaler Tauschbörsen erklärt. (…) Die staatlichen Lottogesellschaften könnten einfacher ihr Monopol sichern, wenn endlich ausländische Glückspielseiten gesperrt würden. Die Begehrlichkeiten werden mit der Verfügbarkeit der Mittel wachsen.

Internetzensur unter quasi vollständigem Ausschluss des Rechtswegs kommen den Lobbyisten nämlich gerade recht. Damit kann man sich schließlich so lästige, langwierige und überhaupt viel zu teure Dinge wie Gerichtsentscheidungen sparen. Besonders viel Phantasie benötigt man also nicht, um sich vorzustellen, wie in diesen Tagen wahrscheinlich die Telefone bei Frau von der Leyen und ihren Freunden heiß laufen, von Interessengruppen, die auch die Sperrliste füttern wollen.

Was dabei freilich auf der Strecke bleibt, ist die Rechtsstaatlichkeit. Einzige Hoffnung bleibt, wie so oft, das Karlsruher Bundesverfassungsgericht. Dort hat man, im Gegensatz zu Berlin, das Grundgesetz gelesen und wahrscheinlich auch verstanden. Denn im Artikel 5 heißt es (noch): “Eine Zensur findet nicht statt”.

(Danke für den Link zum Kommentar, Martin)

Karlsruhe Institute of Technology (KIT) setzt beinahe auf Google Mail (nur zwischen dem 31.3. und 2.4.)

Update (siehe unten): Die Geschichte war natürlich ein Aprilscherz — bis auf die Geschichte mit United Internet hätte es natürlich durchaus sein können. Schade, dass das wohl auch für zukünftige Studentengenerationen bedeutet, dass sie mit unzeitgemäßen E-Mail-Postfächern herumdümpeln müssen — die armen! :)

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Einer Nachricht des Rechenzentrums der Universität Karlsruhe zufolge werden die E-Mail-Accounts des Forschungszentrums Karlsruhe und der Universität Karlsruhe in Zukunft durch “Google Mail für Organisationen” betrieben werden. Das aus der Verbindung dieser beiden Organisationen neu gegründete Karlsruhe Institute of Technology wird viele Strukturen, die gegenwärtig auf beiden Seiten getrennt vorhanden sind, zusammenführen, so auch die zentrale E-Mail-Verwaltung, die dann komplett beim “Steinbuch Centre for Computing” liegen wird.

Die Nachricht ist zwischenzeitlich von der Webseite verschwunden, aber im Google Cache befindet sie sich noch. Hier ist sie im Volltext:

Inbetriebnahme des KIT-E-Mail-Dienstes

Nachdem der Entwurf für das KIT-Gesetz vom Kabinett verabschiedet worden ist (http://www.kit.edu/fzk/…), kann nun die nächste Stufe des KIT-E-Mail-Dienstes den Betrieb aufnehmen. Nachdem bisher E-Mail-Adressen der Form Vorname.Nachname@student.kit.edu (bzw. für Mitarbeiter Vorname.Nachname@kit.edu.rz.uni-karlsruhe.de) nur als Weiterleitung realisiert waren, können nun auch entsprechende Postfächer angelegt werden.

Um den ROI (Return On Invest) zu optimieren und den TCO (Total Cost of Ownership) möglichst gering zu halten, wurden verschiedene hausinterne Lösungen (u.a. Cyrus, Lotus Domino und Exchange) mit Angeboten externer Dienstleister verglichen. Auch eine Übernahme der angeschlagenen United Internet (siehe http://www.heise.de/…) im Rahmen einer Erweiterung der Uni-FZK-Fusion wurde in Erwägung gezogen, um an die E-Mail-Lösungen von GMX und web.de zu gelangen.

Letztendlich hat sich der Suchmaschinenanbieter Google mit seiner Lösung “Google Mail für Organisationen” durchsetzen können. Gerade auch angesichts der eingesetzten Studiengebühren (http://www.zvw.uni-karlsruhe.de/8107.php) bietet Google Apps Education Edition hier den größten Mehrwehrt (siehe dazu auch http://www.google.com/…) – so werden Studierende über ein Postfach von 8 GB verfügen können, Mitarbeiter bekommen 16 GB, Vorstandsmitglieder und Professoren erhalten 25 GB. Im Rahmen der USA-Reise der Rektorats-Delegation (nachzulesen in KIT-Kompakt
und unter http://www.uni-karlsruhe.de/…) informierte sich der CIO (Chief Information Officer) des KIT auch über die Umsetzung der “Google Apps Education Edition” an der Arizona State University (ASU)
(siehe auch http://www.google.com/…), der Ausschuss für Informationsversorgung und -verarbeitung (IV-A) gab danach dem Steinbuch Centre for Computing (SCC) die Freigabe für den Vertragsschluss mit Google Inc., Mountain View, CA.

Der neue Dienst steht ab dem 1.4.2009 allen Angehörigen der Universität und des Forschungszentrums zur Verfügung, die sich bereits unter studium.kit.edu bzw. intra.kit.edu registriert haben. Da aus datenschutzrechtlichen Gründen Ihr bisheriges KIT-Passwort nicht an externe Dienstleister weitergegeben
werden darf, ist eine zusätzliche Registrierung bei Google mit Ihrer KIT-E-Mail-Adresse unter http://www.google.com/… erforderlich.

Nach erfolgreicher Registrierung stehen dann auf den Portalseiten intra.kit.edu bzw. studium.kit.edu Schaltflächen für die Migration Ihrer bisherigen POP- bzw. IMAP-Mailbox zu Google zur Verfügung. Weitere Informationen und Hilfe bei Problemen erhalten Sie unter http://www.google.com/… .

RZ-Meldung vom Wed Apr 1 01:24:44 CEST 2009 (andy (at) nzlx1.rz.uni-karlsruhe.de)

Verschiedene Punkte finde ich an dieser Stelle bemerkenswert: Zum einen interessiert es mich, wie die Datenschutzfragen geklärt wurden — ich nehme an (oder hoffe zumindest), dass diese auch Teil der Evaluation waren, und es nicht nur um die reinen Betriebskosten ging. Sollte das aber zur Zufriedenheit geklärt worden sein, dann sind 8 Gigabyte für Studierende schon ein Wort: Als ich noch studierte, tat sich die Uni regelmäßig dadurch hervor, ihre Quotas sehr knapp zu bemessen (anfangs 50 MB für E-Mail, wenn ich mich recht erinnere, später 80 MB). Da waren meine amerikanischen Universitäten deutlich spendabler.

Zuletzt beeindruckt mich der Gedankengang, die United Internet AG übernehmen zu wollen, um an deren E-Mail-Service zu gelangen. Das ist sicher nur eine verunfallte Formulierung in dieser Meldung, denn falls nicht, dann wäre es wohl ein Zeichen einer gewissen Hybris, eine große Internetfirma übernehmen zu wollen, nur um auf deren Servern später eine Handvoll E-Mail-Postfächer hosten zu können. Aber “kleine Brötchen backen” ist ja nunmal nicht jedermanns Sache.

Update: Der schlaue Stefan hat natürlich gleich erkannt, dass es sich um einen Aprilscherz handelte. Leider bin ich ihm zugegeben aufgesessen — da spätestens nach dem Titel “Eliteuni” Bescheidenheit nicht mehr zu einer der Tugenden meiner Uni gehörte, war das auch besonders leicht, darauf hereinzufallen. Gut, gut, lasse ich diesen Blog-Eintrag zur Dokumentation meines verspäteten Draufreinfallens einmal hier stehen. ;)

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In der ersten Klasse ist es halb so wild

ICEIn Ausgabe 4/2009 der Deutsche-Bahn-Zeitschrift “mobil” findet sich ein Interview mit dem Late-night-Entertainer Harald Schmidt, geführt im ICE von Stuttgart nach Köln. Das ganze Interview ist sehr kurzweilig und damit allemal lesenswert. Schmidt ist offenbar bekennender Bahnfahrer und stellt süffisant fest, während er mit seiner schwarzen BahnCard 100 (1. Klasse) wedelt: “Vor meiner “Black Mamba” geht jeder Schaffner auf die Knie”.

Gleichzeitig stellt er fest, dass er das “ewige Lamento von “Amateurreisenden” nicht mehr hören” könne, ein “tausendprozentiges Bekenntnis zur Bahn” abgeben wolle. “Aber beim Thema Bahn ist es ja wie im Fußball, jeder ist Nationaltrainer. Viele wollen auch nur ihre Vorurteile bestätigt sehen…”

Nun muss man Aussagen von Herrn Schmidt ja stets mit Vorsicht genießen. Es liegt also kaum fern, dass Schmidt seine bahnfahrenden Mitmenschen mit einem Augenzwinkern kritisiert, nur um ihre Reaktionen zu beobachten, ganz so wie er es jeden Abend im Fernsehen macht. Zugleich ist sein Bekenntnis zur Bahn im Zusammenhang mit einem Interview für eine Bahn-Zeitschrift auch nur eingeschränkt überraschend.

Andererseits entbehrt es sicher nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet jemand mit einer 1.-Klasse-BahnCard 100 (die übrigens mit lockeren 6150 Euro zu Buche schlägt) von den “Holzklassefahrern” verlangt, sie mögen doch bitte das Beschweren sein lassen. Das fühlt sich ein wenig so an, wie wenn ein First-Class-Flieger sein Unverständnis darüber äußert, dass Leute bei langen Flugreisen immer über die mangelnde Beinfreiheit klagen. Oder, als ob “Autokanzler” Schröder aus seinem Dienst-VW Phaeton ausgestiegen wäre, und kopfschüttelnd erklärt hätte, er könne es gar nicht verstehen, warum Leute sich über die Macken ihres 1990er Fiat Pandas mokierten. Er habe habe mit dem Autofahren überhaupt keine Probleme, finde es sogar “entspannend”.

Zweifellos gibt es einige Leute, die sich über die Bahn hauptsächlich deshalb aufregen, weil ihnen das Aufregen an sich so viel Freude bereitet. Dass ihnen die Bahn und viele ihrer Mitarbeiter dazu allerdings besonders viele Steilvorlagen geben — mit regelmäßigen Verspätungen, der Freundlichkeit eines Peruanischen Lamas und einer Flexibilität, die sonst nur vom Vatikan in Verhütungsfragen unterboten wird — das ist auch nicht von der Hand zu weisen. Während man in der ersten Klasse im ICE persönlich gehätschelt wird, bekommt man davon natürlich nicht so viel mit.

Freilich, er wäre nicht Harald Schmidt, wüsste er nicht zu polarisieren, anzusticheln und subtil durch den sprichwörtlichen Kakao zu ziehen. Und so habe ich ihm mit diesem Blog-Eintrag vielleicht schon wieder einen kleinen Gefallen getan.

Ab 6. April ist das Interview übrigens auch als Video auf der “Bahn TV” Webseite verfügbar. Und für Berufsbahnfahrer und Leute, vor denen kein Schaffner “auf die Knie” geht, gibt es seit kurzem die Twitter-basierte Mitmach-Webseite “Der helle Bahnsinn”.

(Foto: CC by-sa lizensiert auf Wikipedia)

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