Vor 25 Jahren: Die erste E-Mail in Deutschland

Ciber Cafe
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Unter dem Titel “Meine E-Mail-Adresse war zorn@germany” wärmt tagesschau.de heute ein Interview aus dem Jahr 2007 wieder auf, wahrscheinlich in der Hoffnung dass sich niemand daran erinnern kann.

Dennoch ist das interessant zu lesen, und es ist natürlich schon irgendwie cool, was sich aus den Anfängen der Internet-Kommunikation so alles entwickelt hat — freilich wäre es lustig gewesen, wenn die erste E-Mail in Deutschland Spam einer chinesischen Online-”Apotheke” gewesen wäre. Aber die kleinen blauen Pillen gibt es ja erst seit 1998.

Die Karlsruher Informatiker mailen natürlich noch heute — wenn auch ein bisschen weniger “romantisch”: Das Spam- (und Ham-)aufkommen der Karlsruher Informatikfakultät heute kann man sich auch online ansehen.

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Internetzensur: Freie DNS-Server schützen vor falschem Verdacht

Vitruvian
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Warum das deutsche Internetzensurgesetz politisch dumm und grundrechtlich fatal ist, wird zurzeit zu genüge erörtert.

In einem Artikel bei zdnet schreibt Christoph Hochstätter nun, welche freien DNS-Server man verwenden kann, um sich vor ungerechtfertigten Verdächtigungen, etwa durch versehentliche Klicks auf eine Spam-Mail, zu schützen:

Wer durch einen Link auf einer Website oder in einer E-Mail auf eine zensierte Domain gelockt wird, setzt sich grundsätzlich der Gefahr einer Strafverfolgung aus. Zwar ist nicht damit zu rechnen, dass wenige Zugriffe gleich eine Hausdurchsuchung auslösen, dennoch ist es besser, in den Logfiles erst gar nicht zu erscheinen.

Der Autor erklärt auch, wie das DNS-System eigentlich funktioniert, und warum durch DNS-Spoofing, wie es das Internetzensurgesetz vorsieht, auch die Integrität des gesamten DNS-Systems beeinträchtigt wird. Der Artikel ist also auch für nicht-Geeks interessant, die gerne wissen möchten, wie die Internetzensur in Deutschland eigentlich funktionieren soll, und was die Experten eigentlich meinten, als sie den Politikern sagten, das Verfahren sei technisch unwirksam.

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PC-Nostalgie

Wie alles begann – die frühen Jahre ;)

Vor einiger Zeit haben Jean Pierre und ich im Internet nach unserem allerersten Rechner gesucht, und da wollen wir Euch natürlich an unseren leicht nostalgischen Gefühlen teilhaben lassen.

Es gab da mal eine Zeit. Ende der 80er. Da hat HPW, seines Zeichens Vater von JP und F, aus irgendeinem Grund zwei Rechner gehabt. Und so stand einer davon für die jungen Herren zur Verfügung. Es war ein Tandon PAC 286.
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Tour de… was?

Rough days
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Durch einen Zufall fiel mir gerade auf, dass gegenwärtig der Jahreskongress der pharmazeutischen Industrie im Nachbarland Frankreich stattfindet. Ähnlich interessant fand ich, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist…

Etwas mehr schmerzt es mich hingegen, dass ich ausgerechnet verpasst habe, den Formel 1 Grand Prix von Deutschland zu sehen. Da macht man schließlich keinen Hehl daraus, wo die Energie herkommt. Zum Glück habe ich in ziemlich genau 2 Wochen wieder Zeit, meinen Fehler aufrichtig zu bereuen und das Rennen in Ungarn mitzuverfolgen.

So viel zum Sport. Es folgt das Wetter ;)

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Der SPD laufen nicht nur die Wähler weg

SPD-Stopp
Am vergangenen Donnerstag hat die SPD in den Augen vieler ihre selbst gewählte Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Verfassung zutiefst verletzt. Und obwohl niemand das Ergebnis der Bundestagswahl vorhersagen kann, drängt sich der Eindruck auf, als würde dieser eindrucksvolle Beweis eines fehlenden Rückgrats die Talfahrt der SPD weiter fortsetzen.

Und nicht nur auf Wählerseite geht es bergab: So treten auch Mitglieder aus der SPD aus, weil sie es für unerträglich halten, dass die eigene Partei, möglicherweise unbewusst, zumindest aber grob fahrlässig und ignorant, der erst jüngst sechzig gewordenen deutschen Verfassung den Krieg erklärt. So schreibt die Sozialdemokratin Julia Reda in Ihrer Austrittserklärung:

Mein Verständnis für die derzeitige Politik der SPD hört spätestens da auf, wo selbst Verfassungsmäßigkeit und Menschenrechte hinter Populismus und Wahlkampfgetöse zurücktreten müssen.

[...]

Die SPD, der ich seit meinem 16. Lebensjahr angehörte, hat sich spätestens heute gegen die universellen Menschenrechte und gegen das Grundgesetz gewandt. Meine Loyalität zur Verfassung ist größer als die zur Partei.

(Hervorhebung von mir)

Tauss schwenkt Piratenflagge

Mit etwas mehr Getöse hat sich der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss nach fast 40 Jahren aus den Reihen der SPD verabschiedet und ist der Piratenpartei beigetreten. Aufgrund der gegen ihn laufenden Ermittlungen wegen des Besitzes kinderpornographischen Materials ist er wahrlich kein unkritischer neuer “Pirat”, aber es wäre ein fataler Fehler seitens der jungen Partei gewesen, “Wasser zu predigen aber Wein zu trinken”, hätten Sie Tauss die Unschuldsvermutung abgesprochen — ist dieser rechtsstaatliche Grundsatz doch einer der zentralen Punkte, für die sich die “Piraten” einsetzen.

Auch das Argument einiger, Tauss mache die “Piraten” zu einer zu große Zielscheibe für die “Bild”-Zeitung, hat zwar seine Berechtigung, vergisst aber möglicherweise, dass das Revolverblatt seine Missbilligung gegenüber den Zensurgegnern bereits geäußert hatte, bevor Tauss seinen Austritt andeutete. Denn schon am 12. Juni hatte das Blatt den SPD-Parteilinken Böhning zum “Verlierer des Tages” erklärt, und den Lesern suggeriert, dieser wolle die Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet verhindern. Böhning hatte zuvor einen Antrag mit dem Titel “Löschen statt Sperren: Kinderpornographie wirksam bekämpfen, Internetzensur verhindern!” für den SPD-Parteitag eingereicht, um die Parteilinie von unwirksamen Internetsperren hin zu aktiver Bekämpfung von KiPo im Internet zu bewegen. Und so ist kaum zu erwarten, dass — mit oder ohne Tauss — die “Bild”-Zeitung sich den Argumenten der Zensurgegner sachlich nähert, oder gar (eine fast undenkbare Vorstellung?) ihren gesellschaftlichen Einfluss nutzt, um KiPo aktiv entgegenzutreten.

Update, 22.6.: Die Piratenpartei twittert gerade die ihre Position zur Unschuldsvermutung:

Um es mal ganz klar und deutlich zu sagen: Die Unschuldsvermutung ist ein Menschenrecht. Das Mittelalter ist vorbei #Tauss

Das Mittelalter ist vorbei — ob man das im Reichstag schon weiß?

Bildquellen: “Stop”-Box Creative-Commons-lizensiert von Spreeblick; Tauss mit Piratenflagge: CC-by lizensiert von Matthias Bauer auf Wikimedia Commons

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Zensi, Zensa, Zensursula

Nach der Verabschiedung des so genannten “Zugangserschwerungsgesetzes” wenden sich immer mehr Menschen gegen die Errichtung einer digitalen Zensurinfrastruktur in Deutschland, teils mit bitterem Zynismus, wie etwa dieser Zensursula-Sommerhit:

Die Zensurkritiker geben indes den Kampf gegen das unsägliche Gesetz nicht auf: Am heutigen Samstag fanden vielerorts in Deutschland Demonstrationen statt. In Karlsruhe wurde der Artikel 5 Grundgesetz symbolisch zu Grabe getragen. Sogar im Gästebuch des Bundespräsidenten wenden sich besorgte Bürger an das Staatsoberhaupt, mit der Bitte, das in ihren (und auch meinen) Augen offenkundig verfassungswidrige Gesetz nicht zu unterschreiben.

Wäre da nicht die massive Kritik ihres leichtfertigen Ausverkaufs der Grundrechte, müsste die Regierung in Berlin sich über so viel Basisdemokratie eigentlich freuen.

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Fußball-Länderspiel als Livestream

Infinito
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Ich bin nicht sicher, ob es das schon einmal gegeben hat, aber dass man ein Fußball-Länderspiel live im Internet sehen kann, finde ich prima.

sport.ard.de schreibt:

Das Länderspiel zwischen China und Deutschland wird heute live im Ersten und bei sport.ARD.de zu sehen sein.

Der Videostream startet um 14 Uhr und ist aus rechtlichen Gründen nur von Rechnern in Deutschland zu empfangen.

Nach dem Spiel stellt sport.ARD.de die Höhepunkte als Video on demand zur Verfügung. Diese Videos sind territorial nicht eingeschränkt.

Die Einschränkung auf “nur Deutschland” ist natürlich ein wenig bedauerlich, vor allem für fußballinteressierte Auslandsdeutsche, aber das ist ja international keine Seltenheit.

Trotzdem: Fußball-Länderspiel als Livestream, die in Büros arbeitende Bevölkerung wird es Ihnen danken, liebe ARD.

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Lufthansa “Mexiko-Grippe” Flugblatt

Am Wochenende flog ich von den USA nach Deutschland und bekam am Gate von den Lufthansa-Mitarbeitern ein Flugblatt des Robert-Koch-Instituts in die Hand gedrückt, in dem sie vor einem “neuartigen Grippevirus” warnt. Aus dem Inhalt:

Sehr geehrte Fluggäste,

in dem Land, in dem Sie zu diesem Flug eingestiegen sind, ist es kürzlich zu Grippe-Erkrankungen gekommen, die durch ein neuartiges Grippevirus hervorgerufen wurden.

Auf der Rückseite wird der möglicherweise behandelnde Arzt über die “Schweinegrippe” informiert und spezifische Anweisungen gegeben, mit welchen Grippemitteln der Patient behandelt werden sollte.

Die Ausgangsfassung des Robert-Koch-Instituts (erhältlich auf dessen Webseite) enthält hingegen keine spezifischen Dosisanweisungen, und empfiehlt den Medizinern lediglich die “Gabe von Neuraminidasehemmern in therapeutischer Dosierung gemäß Fachinformation in Erwägung [zu] ziehen”.

Lufthansa Influenza Flugblatt

Mit einem Klick auf das Bild könnt ihr das ganze Dokument als PDF-Datei ansehen.