StudiVz: Nicht tot zu kriegen

Vor einiger Zeit hatte ich darüber gebloggt, dass ich den neuen AGB des StudiVz widersprochen habe. Anders als zu erwarten hatte das aber bislang keine Folgen: Ich erwartete eigentlich, dass das StudiVz meinen Benutzeraccount nach einer gewissen frist löscht (wie zuvor zu lesen war). So geschehen bei Kommentator Sunnyman, dessen Account zwischenzeitlich sang- und klanglos verschwand (jemanden benachrichtigen bevor man seinen Account löscht hält man offenbar im Hause StudiVz für höchst entbehrlich).

Anders bei mir: Wenn ich meine alten Benutzerdaten eingebe, bekomme ich noch immer folgende Fehleraussage (offenbar ein Produkt einer der unzähligen Sicherheitslücken der StudiVz-Software):

Sorry, jemand hat uns mal wieder gehackt…

Und ich bekomme auch noch fleißig Freundschaftseinladungen (heute mal wieder):

Soso, noch ein Freund der erst durch einen Klick mein Freund wird. Früher hat man das bei einem Glas Bier gemacht.

Ich wüsste gerne, ob man mir seitens StudiVz damit mitteilen möchte, dass die alten AGB wie von mir gewünscht nicht für mich gelten sollen — immerhin habe ich denen ja frist- und formgerecht widersprochen.

Aber in den Stuben des “Fakebooks” scheint sich noch nicht sooo viel verändert zu haben: Das berüchtigte Blog ist zwischenzeitlich auch down (Server nicht erreichbar) — ich frage mich wie sie ihre Kunden nun über die Ausfälle aufklären?

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Neues aus dem Open Source Lab

XO-1, the OLPC laptopAufgrund der ganz hervorragenden Arbeit meiner (ehemaligen) Kollegen Justin und Mike für das One Laptop Per Child (OLPC) Projekt hat Real Networks (die Hersteller des “Real Player”) dem OSU Open Source Lab eine Finanzspritze von 500.000 US-Dollar gegeben.

OSU Open Source Lab logoDas Geld ist nicht projektgebunden, wird aber für weitere wichtige Open-Source-Projekte eingesetzt werden, etwa um studentische Softwareentwickler (wie mich) anstellen zu können. Justin arbeitet im Moment zum Beispiel am Helix-Player (ein Open-Source Multimedia-Framework, das, und da laufen die Fäden wieder zusammen, unter anderem das Rückgrat des Real Players darstellt.)

Maintain Project LogoAuch das Projekt Maintain (ein DHCP- und DNS-Management Werkzeug), an dem ich ein Jahr lang mitarbeitete, ist zwischenzeitlich im Produktiveinsatz und sorgt dafür, dass die über 30.000 Computer auf dem Uni-Campus Tag für Tag friedlich miteinander reden. Schön, wenn der eigene Code seine Feuertaufe überstanden hat.

(Foto des XO-1 stammt vom OLPC-Projekt, CC attribution-lizensiert)

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Tschüss, StudiVz

Das jüngste Update der StudiVz AGB ist einfach zu viel des “Guten”: Nachzulesen im lawblog behält sich StudiVz in seinen neu ausgedachten AGB eine Vertragsstrafe für jeden Pups vor, und auch das Schnüffeln durch die privaten Nachrichten der Benutzer (in den in den ABG angedeuteten Fällen, so Udo Vetter, möglicherweise gar ein strafbarer Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis) schreibt sich das mögliche (und wenn dann ziemlich schlechte) Facebook-Duplikat nunmehr auf die Fahnen.

Selbst Leute die nicht rechtlich “vorbelastet” sind, können dort wirklich, wirklich nicht mehr zustimmen. Nicht erst seit dem letzten Hackerangriff haben sie endgültig ihre unerträgliche Unprofessionalität unter Beweis gestellt. Die neuen “AGB” sind da nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Es macht mich ja fast traurig zu sehen, wie man eine eigentlich gute Idee mit so viel Gewalt gegen die Wand fahren kann.

Ich habe den AGB gerade per Mail widersprochen und bin gespannt, wie die Reaktion ausfallen wird (obwohl ich es mir natürlich denken kann).

PS: Ich bin immer noch Mitglied des Amerikanischen Facebooks und würde mich freuen den ein oder anderen dort zu treffen. Das dortige Netzwerk ist (mittlerweile) auch für internationale Studenten und Nichtstudenten offen und, nun ja, funktioniert.

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Nach Tabak suchen

Wenn es darum geht, die Zukunft vorherzusagen, wollen Zeitungen ja stets die ersten sein, und lehnen sich dabei schon mal gerne weiter aus dem Fenster als ihnen zuträglich wäre.

So auch das “Manager Magazin” mit seinem Abgesang auf den Suchmaschinenriesen Google. Thomas Knüwer nennt das “Tendenz zum Blödsinn” — er zitiert das “Manager Magazin” ((ein Name, der mir mangels Binde Strich übrigens fortwährend Kopf Schmerzen bereitet)):

“Die latente Unzufriedenheit der Surfer birgt die größte Gefahr für die Zukunft von Google. Sobald ein Angebot auftaucht, das einen substanziell besseren Service bietet, wechseln die Nutzer blitzschnell und in Scharen zu der neuen Site (…)”

und schreibt dazu:

Schauen wir mal, wenn das “Manager Magazin” so als Google-in-spe sieht. Hakia, zum Beispiel. Eine Suchmaschine, bei der man Fragen eingeben soll. Dauert zwar erheblich länger, liefert dafür aber auch schlechte Ergebnisse.

Na das probiere ich doch gleich mal aus: Ich suche nach “Where does Frederic Wenzel blog?” und bekomme eine Seite voll Ergebnissen bei denen nicht nur keines meiner Blogs dabei ist, sondern auch noch das hier:

Hakia Answer

Interessant, dass die bahnbrechend innovative Suchmaschine es zwar schafft, meine alte Blog-Adresse (nicht verlinkt) in dem kleinen Kommentar unterzubringen, nicht aber in einem der Suchergebnisse; zudem ist mir noch nicht so ganz klar, wieso ich in meinem Blog nach “Tobacco” suchen soll (das liefert nämlich bisher genau ein Ergebnis, und das ist nicht mal das mit den meisten Kommentaren).

Wenn das zu dem Vielversprechensten zählt, das das “Manager Magazin” das Multimilliarden-Dollar-Unternehmen Google gefährden sieht, können sich Page und Brin wohl vorerst entspannt zurücklehnen. Verwunderlich auch, warum der Name A9 (Amazons Suchmaschine) nicht fällt: Dort liegt wenigstens eine Infrastruktur vor, die in einer ähnlichen Liga wie Google spielt.

Falls Herr Knüwer nicht gerade die interessanten Bestandteile des Artikels verschwiegen hat, darf man annehmen, dass man mit dem Besingen des Niedergangs eines Web-Giganten in den Stuben des “Manager Magazins” einfach zu beschäftigt war um ein bisschen genauer zu recherchieren.

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