T-Mobile: Auf Ausfall folgt Entschuldigungs-Stress-Test

Nach dem gewaltigen Netzausfall beim T-Mobile am Dienstag wagt der Handyanbieter nun für Sonntag einen Stresstest: Die Kunden dürfen den ganzen Tag kostenlos SMS in alle deutschen Netze senden.

T-Mobile-Ausfall
(Screenshot: t-mobile.de)

Angesichts der verschwindend geringen Grenzpreise für SMS auf Seiten der Anbieter dürften sich die Schmerzen für diese “Entschuldigungs-Aktion” in Grenzen halten. Außerdem bleibt anzunehmen, dass das Senden von SMS besser skaliert als das Telefonieren: Würde sich T-Mobile mit kostenlosen Telefongesprächen entschuldigen, wäre möglicherweise der nächste Ausfall vorprogrammiert — diesmal wegen Überlastung. Das wäre zwar angenehm ironisch, für das Unternehmen aber wohl nur eingeschränkt komisch.

Ich gehöre übrigens auch zu den “Glücklichen” — zwar kein direkter T-Mobile-Kunde, sondern bei einem Reseller, aber auch ich war offenbar vom Ausfall betroffen. Ist mir aber — ach deswegen war es so ruhig! — gar nicht weiter aufgefallen.

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Der “Laienfilter”

coffee 10
Creative Commons License photo credit: broodkast
Oliver von aptgetupdate.de hat sich einmal überlegt, wie so ein von-der-”Laien”filter denn so aussehen könnte. Ein Auszug:


# Notiz: Gesetze noch nicht verabschiedet, kommt noch.
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /thepiratebay.org/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /wikipedia.org/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /www.amnesty.de/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /www.wikileaks.de/ or


# Erst kurz vor den Wahlen auskommentieren
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /spd.de/ or
# $header->{'HTTP_URI'} =~ /gruene.de/ or

Link

Was wahlweise wie Satire oder bitterer Zynismus klingt, ist vielleicht gar nicht so weit hergeholt. Denn was sich gut anhört (Kampf gegen die Kinderpornographie), hat schon jetzt viele Begehrlichkeiten geweckt, die mit dem lobenswerten Ursprungsziel nichts mehr zu tun haben. Und das, noch lange bevor es endgültig beschlossene Sache ist.

Ähnlich kritisch sieht das auch Jochen Magnus in einem Kommentar in der Rhein-Zeitung:

Eine gar nicht amüsante Vorstellung: Die Polizei regelt auch den Verkehr im Internet. Dabei bekommt sie viel zu tun, denn schon jetzt hat die Musikindustrie unverblümt ihr Interesse an der Sperrung illegaler Tauschbörsen erklärt. (…) Die staatlichen Lottogesellschaften könnten einfacher ihr Monopol sichern, wenn endlich ausländische Glückspielseiten gesperrt würden. Die Begehrlichkeiten werden mit der Verfügbarkeit der Mittel wachsen.

Internetzensur unter quasi vollständigem Ausschluss des Rechtswegs kommen den Lobbyisten nämlich gerade recht. Damit kann man sich schließlich so lästige, langwierige und überhaupt viel zu teure Dinge wie Gerichtsentscheidungen sparen. Besonders viel Phantasie benötigt man also nicht, um sich vorzustellen, wie in diesen Tagen wahrscheinlich die Telefone bei Frau von der Leyen und ihren Freunden heiß laufen, von Interessengruppen, die auch die Sperrliste füttern wollen.

Was dabei freilich auf der Strecke bleibt, ist die Rechtsstaatlichkeit. Einzige Hoffnung bleibt, wie so oft, das Karlsruher Bundesverfassungsgericht. Dort hat man, im Gegensatz zu Berlin, das Grundgesetz gelesen und wahrscheinlich auch verstanden. Denn im Artikel 5 heißt es (noch): “Eine Zensur findet nicht statt”.

(Danke für den Link zum Kommentar, Martin)

4,99 Euro MP3-Alben bei Saturn

Im (DRM-freien, juhu) MP3-Laden von Saturn gibt es bis Ende des Monats viele Alben für nur 4,99 Euro. Zeit die Lücken im digitalen CD-Regal zu füllen :)

Ein kurzer Vergleich hat ergeben, dass viele Titel, die bei iTunes um 10 Euro kosten, bei den reduzierten Titeln dabei sind. Es lohnt sich also. — Aber natürlich handelt es sich wohl nur um ein Lockangebot, bleibt also abzuwarten, auf was der Preis angehoben wird, wenn die Aktion vorbei ist.

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Das Netz der Dichter und Denker

Das Internet hat viele Vorteile. Zum Beispiel, dass jedermann ganz einfach veröffentlichen kann, was er gerade so denkt. Natürlich hat es auch Nachteile. Zum Beispiel, dass jedermann ganz einfach veröffentlichen kann, was er gerade so denkt.

Und so gibt es ab und an Kommentare wie diesen hier, unter einem meiner Artikel über Paris Hilton, der sich aufgrund seines provokativen Titels dauerhaft zu den meistbesuchten Artikeln dieses Blogs zählen darf:

hey peris ich finde dich toll aber wen du deine nackt bilder fileicht mir schigen würdest das were schön danke ich libe dich

Ich weiß, was ihr jetzt sagen wollt: Wer nach einer entblätterten Hilton googelt, schaut auch RTL… — und angesichts der tadellosen Rechtschreibung ist das vielleicht gar nicht so weit hergeholt. Aber seht es einmal von der positiven Seite: Die medizinische Sensation, dass ein Reiz auf dem Weg vom Schritt zur Tastatur nicht im Gehirn vorbeikommen muss, liefert einem handelsüblichen Medizinstudenten bestimmt genügend Material für eine Doktorarbeit. Und das ist doch auch schon mal etwas.

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