Das Netz der Dichter und Denker

Das Internet hat viele Vorteile. Zum Beispiel, dass jedermann ganz einfach veröffentlichen kann, was er gerade so denkt. Natürlich hat es auch Nachteile. Zum Beispiel, dass jedermann ganz einfach veröffentlichen kann, was er gerade so denkt.

Und so gibt es ab und an Kommentare wie diesen hier, unter einem meiner Artikel über Paris Hilton, der sich aufgrund seines provokativen Titels dauerhaft zu den meistbesuchten Artikeln dieses Blogs zählen darf:

hey peris ich finde dich toll aber wen du deine nackt bilder fileicht mir schigen würdest das were schön danke ich libe dich

Ich weiß, was ihr jetzt sagen wollt: Wer nach einer entblätterten Hilton googelt, schaut auch RTL… — und angesichts der tadellosen Rechtschreibung ist das vielleicht gar nicht so weit hergeholt. Aber seht es einmal von der positiven Seite: Die medizinische Sensation, dass ein Reiz auf dem Weg vom Schritt zur Tastatur nicht im Gehirn vorbeikommen muss, liefert einem handelsüblichen Medizinstudenten bestimmt genügend Material für eine Doktorarbeit. Und das ist doch auch schon mal etwas.

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Beim Dönern Geld verloren

Moderne Mobiltelefone haben ja nun mehr oder minder intelligente Systeme der Worterkennung, die einem beim Schreiben von Nachrichten einiges an Tipparbeit ersparen können. Leider funktioniert das aber manchmal nicht so, wie der Benutzer sich das wünscht: Beim iPhone, beispielsweise, diskutiert das große weite Internet über Möglichkeiten, ihm beliebte amerikanische Schimpfworte beizubringen, die von den Apple-Programmierern aus amerikanisch-puritanischer Scham (und wohl zur Vermeidung peinlicher Situationen) nicht hinzugefügt wurden.

Aber auch die Nachricht, die ich vorhin — nicht von einem iPhone — erhielt, entsprach nicht ganz dem Gewünschten:

Er: So, 10 Euro beim Dönern verloren. Zeit fürs Bett.
Ich: Dönern?
Er: Pokern, nicht Dönern. Danke, T9 :)
Ich: Haha, das blogge ich…

Und so habe ich heute gelernt, dass “dönern” und “pokern” auf dem Telefon auf denselben Tasten liegen. Was für eine Tätigkeit allerdings das Verb “dönern” beschreiben mag, dass man dabei Geld verlieren kann, habe ich noch nicht abschließend klären können.

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Duad mr loid

Unbekannter Fehler. Betreff ”, Konto: ‘pop.gmx.net’, Server: ‘mail.gmx.net’, Protokoll: SMTP, Serverantwort: ‘501 Duad mr loid, ohne ESMTP ghad hier gar nix‘, Port: 25, Secure (SSL): Nein, Serverfehler: 501, Fehlernummer: 0x800CCC63

Eine schwäbische Fehlermeldung aus einem Stuttgarter Studentenwohnheim. Höflich sind sie ja schon, die Schwoba.

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Tschüss Amazon DVD, hallo Lovefilm

Heute in meinem Postfach:

Mit Wirkung vom 11.07.2008 wird keine Werbekostenerstattung mehr für den Amazon.de DVD-Verleih gezahlt, da der Verleihservice eingestellt wird.

Wie es aussieht, klappt Amazon seinen DVD-Verleih zu, und übergibt das Geschäft an den britischen Verleiher “LOVEFiLM”. Dazu auf der Amazon-Webseite:

Frage: Warum überträgt Amazon sein Geschäft an LOVEFiLM?
Antwort: Genau wie Amazon.de ist auch LOVEFiLM bestrebt, Ihnen den besten Kundenservice zu bieten. Durch unsere Investition in LOVEFiLM werden wir noch besser Kundenwünsche befriedigen können. LOVEFiLM bietet Ihnen einen umfassenden Katalog mit zehntausenden DVDs von Neuerscheinungen bis hin zu seltenen Titeln.

Ich bin gespannt, wie sich der DVD-Verleih per Post in Deutschland weiterentwickelt. Wie wohl die Marktanteile zwischen Amazon/Lovefilm und Amango.de verteilt sind?

Preislich sind die Anbieter exakt gleich, nur bietet Amazon/Lovefilm zusätzlich günstigere “1 DVD pro Monat” Anlockangebote an.

Die Unterschiede sind also nicht groß, ganz im Unterschied zu den USA, wo sich die beiden “großen”, Netflix und Blockbuster, mal mehr mal weniger friedlich um die Vorherrschaft auf dem Markt prügeln, auch beim Preis: insbesondere bei den “großen” Verträgen ist Netflix günstiger, die Anfängersparte geht hier jedoch an Blockbuster. Letztere rühmen sich zudem damit, dass man DVDs in deren Verleihläden tauschen kann, was Netflix nicht vorweisen kann. Das ist natürlich ein Zeitvorteil (insbesondere bei der bisweilen seeehr langsamen Post in diesem Land), andererseits fangen auch Amerikaner an, bei 4 Dollar je Gallone Sprit den 8-Zylinder öfter mal in der Garage stehen zu lassen.

Ich dachte immer, DVDs per Post sei nicht so der Bringer in Deutschland, weil man immer persönlich zum Postkasten laufen muss und seine Rücksendung nicht einfach dem Postboten mitgeben kann. Alles in allem scheint das Geschäft aber dennoch ganz interessant zu werden.

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Fachkräftemangel: Selbst verschuldetes Leid

Heute morgen habe ich einen interessanten kleinen Kommentar zum Fachkräftemangel in der deutschen IT-Branche gelesen:

Ein Drittel der IT-Unternehmen kann seine freien Stellen nicht besetzen und ruft durch die Kehlen der Verbände nach der Politik. (…) Das Leid ist selbst verschuldet.

Nach der Dotcom-Blase ließe man “(d)as bisschen Code” “nur noch in Indien produzieren”.

Dass die Unternehmen ihre Hausaufgaben bei der Ressource IT-Mensch weiterhin nicht machen, ist leicht an den Einstiegsgehältern abzulesen.

Trotz der bejammerten Knappheit bekommt ein frischer IT-Hochschulabsolvent weniger Kohle als vor Jahren.

Das erwartete Einstiegs-Branchengehalt lag “2007 mit 42 600 Euro pro Jahr zwar 800 Euro über dem von 2006″. Doch 2004 gab es “mit 43 900 Euro noch deutlich mehr”.

Jan Kleinert, Chefredakteur des deutschen Linux-Magazins, im Editorial der Ausgabe 2/08.

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Blogs fusioniert

Liebe Leser,

vor einiger Zeit hatte ich euch gefragt, ob etwas dagegen spricht, mein englisches und deutsches Blog zu kombinieren. Die Antworten waren positiv, und so beschloss ich das auch zu machen. Leider kam ich nur bis jetzt noch nicht dazu, aber gut Ding will ja bekanntlich Weile haben ;)

Die Aufmerksamen unter euch werden schon den vorherigen, englischen Artikel gelesen haben — für alle, die kein Englisch können, oder es nicht lesen möchten, hier das Wichtigste:

  1. fredericiana.de wird nun (automatisch) auf fredericiana.com umgeleitet.
  2. Bitte ändert eure Feed-Reader, sodass sie auf die neuen Feeds zeigen — obwohl die Umleitung das im Moment erledigt, könnte es eines Tages sein, dass fredericiana.de nicht mehr nur eine Weiterleitung ist.
  3. Wenn ihr kein Englisch lesen könnt oder wollt, klickt einfach rechts auf die Kategorie namens “deutsch” und die englischen Artikel werden verschwinden. Wenn ihr einen Feed Reader verwendet, könnt ihr auch einfach nur den Feed der deutschen Kategorie abonnieren, dann bekommt Ihr auch nichts Englisches.

In jedem Fall sorry für alle Arbeit die ich Euch damit möglicherweise mache! — Wenn Euch irgendetwas Seltsames auffällt oder Ihr sonstige Vorschläge, Kritik oder was auch immer habt, seid Ihr wie immer herzlich dazu eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen.

Danke! :)

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Lateinische E-Mail-Signatur

Ich habe normalerweise ja keine E-Mail-Signatur, aber wenn ich eine hätte, dann wäre diese hier ein guter Kandidat!

Si forte in alienas manus oberraverit hec peregrina epistola incertis ventis dimissa, sed Deo commendata, precamur ut ei reddatur cui soli destinata, nec preripiat quisquam non sibi parata.

Ich versuche euch das mal kurz zu übersetzen, liebe Leser (und man möge mir eventuelle Fehler, einige Jahre nach dem Latein-Abi, nachsehen):

Falls dieser umherreisende Brief, der in unsichere Winde entsendet, aber Gott anvertraut wurde, zufällig in fremde Hände geraten ist, so bitte ich, dass er dem gegeben werde, an wen allein er gerichtet ist, und dass niemand ihn stiehlt, für den er nicht gemacht ist.

Das Zitat stammt übrigens aus dem Vorwort zum “Liber Confortatorius” (ermutigendes Buch) des französischen Mönchs Goscelin aus dem Jahr 1083.

(Danke für den Link, Tobi!)

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Internethauptstadt, oder so.

Karlsruhe InternethauptstadtHm. Meine liebe Universitätsstadt Karlsruhe schmückte sich ja schon im Jahr 2003 mit dem Titel “Internethauptstadt” und lässt nicht locker, wann immer es sich bietet seine Vorreiterrolle zu betonen…

Wenn man sich dagegen die Webseite des Karlsruhe Stadtmarketings so anschaut, graut es einem kommt man schon ins Grübeln, ob das so stimmen kann — und das schon seit längerem. Dort hat man wenigstens die gröbsten Verstöße gegen jede Barrierefreiheit zwischenzeitlich entfernt, die Seite ist aber, mit Verlaub, nun wirklich noch immer selten schön: Nicht schön, aber selten…

Dass ich heute trotzdem enttäuscht war, auf der News-Seite der Stadt Karlsruhe keinen RSS-Feed zu finden, wundert mich selbst ein wenig. Eigentlich hätte ich es ja ahnen müssen.

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