Elite-Universität Karlsruhe

Forschung an der Uni Karlsruhe; Quelle: Pressestelle der Uni KAWahnsinn. Im spannenden Finale der “Elite-Universitäten” in Deutschland hat sich die Universität Karlsruhe neben der TU und LMU München gegen die Konkurrenz durchgesetzt und darf sich nun offiziell eine der drei Elite-Universitäten in Deutschland nennen. Sieger ist die Wissenschaft und das ganze Hochschulsystem, da sind sich Spiegel und die Zeit einig.

Herzlichen Glückwunsch, Fridericiana!

Das ist ein großes Geschenk für die Lehrenden und Studierenden, und ein gutes Gefühl, dass “Leistung sich lohnt und belohnt wird” (Spiegel) Und für uns Studenten hat es einen Hauch von Genugtuung, dass es nicht nur reiner Hohn war, wenn die Professoren sagten, sie läsen dieselbe Vorlesung parallel an einer anderen Uni, aber sie würden unsere Klausur schwerer machen, man sei ja schließlich an der Universität Karlsruhe.

Unterm Strich geht es übrigens nicht darum, zur “Hochschule der Reichen und Schönen” zurückzukehren. Denn im Durchschnitt war die Hochschulausbildung in Deutschland schon immer sehr gut und soll es auch bleiben. Aber “man muss auch Eliten haben”, sozusagen die Leuchttürme der Spitzenforschung in Deutschland. Einer von ihnen ist seit heute meine Uni.

(siehe auch die Pressemitteilung der UKA zum Thema)



4 Responses to “Elite-Universität Karlsruhe”

  1. 1
    Martin Says:

    Da ich selbst keine Uni-Luft geschnuppert habe, habe ich dazu keine besonders leidenschaftliche Meinung.

    Aber ich kann mir schon vorstellen, daß die Begeisterung möglicherweise größer ist, wenn man nicht zu denen gehört, die leider draußen bleiben mußten. Wenn “Leistung sich lohnt und belohnt wird” (Bullshit!), hat bei den anderen die Leistung dann wohl nicht gestimmt und es gab nichts zu belohnen.

    Aber wie gesagt, ich habe das in den Nachrichten weder mit Be- noch Ent-Geisterung wahrgenommen.

  2. 2
    Jean Pierre Says:

    Glücklicherweise wurde meine Hochschule ja nicht mal annähernd in Erwägung gezogen, so dass wir dort von dem ganzen Elite-Kram verschont blieben. Die drei “auserwählten” Hochschulen stehen jetzt mit stolzgeschwellter Brust da, während sich die anderen Kandidaten (allen voran die Unis hier in Berlin) über die Entscheidung aufregen.

    Auffällig zeigt sich auch hier wieder das Nord-Süd-Gefälle, das sich auch auf dem Arbeitsmarkt findet. Berlin ist hipp, aber was nützt das ohne Job? Also ab nach Karlsruhe, Stuttgart, München.

    Das Problem, das ich nun sehe, ist folgendes: dass die nun erkorenen Hochschulen noch mehr Forschungsgelder einstreichen und andere Unis (allen voran die teilweise wirklich nicht schlechten Hochschulen im Osten Deutschlands) wohl [noch] kürzer treten müssen.

    What shall’s — ich zähle schon die Tage bis zum Studienende. Was bin ich froh, wenn ich diesen Verwaltungsapparat nicht mehr miterleben muss.

  3. 3
    Rouven Says:

    Glückwunsch nach unten (geographisch gesehen, natürlich).

    Letzten Endes sind selbstverständlich wir und unsere Leistungen ausschlaggebend (oder wie hoch sie bewertet werden für die Gesellschaft).

    “Wir” (sprich: Unsere Uni bzw. deren Ausrichtungspolitik) waren wohl – Gerüchten zufolge – auch in der letzten Runde, aber es hat anscheinend mit uns Geisteswissenschaftlern einfach keinen Nutzwert mehr…

    Bis demnächst,
    R.

  4. 4
    fred Says:

    Danke für die Glückwünsche. Aber keine Sorge: Das hat ja nichts mit einer Geringschätzung von geisteswissenschaftlicher Arbeit zu tun. Ganz im Gegenteil.

    Doch es ging hier ja um die Verteilung von Fördergeldern für Spitzenforschung — und zwar solche, die Deutschland in der Industrie auf international hohem Niveau halten soll. Von daher hatten technische Hochschulen hier einen klaren Startvorteil.

    Das von JP angesprochene Süd-Nord-Gefälle ist allerdings möglicherweise ein größeres Problem. Das ist ein so deutlicher Hinweis darauf, dass die Zustände in den nördlichen und östlichen Hochschulen noch nicht “eitel Sonnenschein” sind, wie ihn wohl kaum jemand erwartet hätte. Wenn Aktionen wie diese auf diese Probleme aufmerksam machen und hoffentlich helfen, sie zu lösen, ist das ja auch nicht unbedingt schlecht.

    Dass der Begriff “Eliteuni” für die Verteilung von Fördergeldern möglicherweise etwas plakativ gewählt war gebe ich zu. Aber deswegen darf ich mich ja hoffentlich trotzdem darüber freuen :)

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