Archive for May, 2006

Europäischer Datenschutz

Die Übermittlung europäischer Fluggastdaten an US-Behörden ist illegal. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. Der EuGH erklärte entsprechende Beschlüsse des EU-Ministerrats und der EU-Kommission für nichtig und folgte damit einer Klage des Europa-Parlaments.
(via tagesschau.de)

Schön, dass in Europa ab und an noch ein bisschen auf Datenschutz geachtet wird. Ein kleiner Dämpfer für die amerikanische Politik “wer Ausländer ist, ist schuldig bis zu bewiesener Unschuld”. Es ist eben nicht richtig, “mal eben” die persönlichen Daten von vielen europäischen Flugreisen willig und ohne viel zu fragen an die USA abzutreten.

Trotzdem: Für den Amerika-Passagier ändert sich vorerst nichts; bis Septembe werden die Fluggastdaten wie gehabt weiter an die “Heimatschutzbehörde” der USA übermittelt, und auch später wird es sich wahrscheinlich nicht ändern. Es ist schließlich nicht zu erwarten, dass die USA ihren Kurs, möglichst viele Daten über jeden Ausländer auf ihrem Boden zu sammeln, ändern werden. Stattdessen werden wohl eher die Europäer nach einer geeigneten Rechtsgrundlage suchen, wie bisher private Informationen mit dem Schaumlöffel über den Atlantik zu schaufeln.

Traurig ist das natürlich schon. (Sage ich als jemand, dessen Fingerabdrücke bei der Einreise gleich mal vorsichtshalber genommen wurden, wie bei jedem Nicht-Touristenvisum seit dem 11. 9. 2001…)

Kultururlaub

Am Dienstag sind meine Eltern zu Besuch gekommen, und deshalb kriegen sie gerade die volle Ladung amerikanischen Kulturschock. Natürlich habe ich schon das ein oder andere mal damit beeindrucken können, dass ich viel zu schnell sprechende Bedienungen in bekanntere, deutsche Sätze packen konnte.

Zudem kann ich den Touristen an jeder Straßenecke von den unterschiedlichsten amerikanischen Besonderheiten und Seltsamkeiten erzählen, die mir in den letzten Monaten so aufgefallen sind. Und das sind eine ganze Menge. Nicht nur im Straßenverkehr, übrigens.

Morgen gehts dafür erstmal zum Baseball. Pflichtprogramm für deutsche Touristen (für mich natürlich auch), und wir nehmen sogar einen amerikanischen Freund mit, der zwar die Regeln kennt, selbst aber noch nie bei einem Baseballspiel gewesen ist (gell, Justin?).

Mit inbegriffen in der Baseball-Planung ist selbstredend ein original amerikanischer Hot dog oder zwei zum Abendessen. Klar, oder?

Na, wenn das nicht Kultururlaub erster Güte ist, weiß ich auch nicht.

Belohnung

Da bucht man einen inneramerikanischen Flug bei Continental Airlines und bekommt gleich am nächsten Tag eine kleine Belohnung:

Thank you for buying your ticket at continental.com. Use the code(s) below to download songs on the iTunes Music Store®. Codes will expire 30 days from the date of this e-mail. Each code is worth 5 free song downloads.

Fünf Stücke aus dem iTunes Music Store dafür, dass ich ein Ticket gekauft habe? Wusst ich gar nicht (ganz zu schweigen davon, dass so billige Tricks meine Kaufentscheidung nicht beeinflussen ;) )…

Aber wenn das so ist, dankeschön. Irgendwelche Ideen, welche Meilensteine der Musikgeschichte ich erwerben sollte?

Dreiunddreißig Grad

15. Mai, 33 Grad Celsius (oder wie sie es hier nennen, 90 degrees Fahrenheit) hier im Mid-Willamette Valley.

Wer kann da mithalten?

Skype: Kostenlos in die USA telefonieren

Als ich heute auf Skype vorbeigeschaut habe, sah ich etwas sehr Interessantes: Da kann man nun für umme in die USA und Kanada telefonieren.

Das ist natürlich eine ziemlich coole Angelegenheit. In Zukunft werde ich von daheim also eher mein Skype anwerfen, um meine Freunde hier anzurufen, als mein Cellphone in die Hand zu nehmen. Die Sprachqualität ist da ohnehin besser als bei den vorsintflutlichen Funkverbindungen in diesem Land ;)
Bitte ruft mich aber jetzt nicht direkt über Skype auf meinem Telefon an, denn natürlich muss hier der Angerufene zahlen. :)

Veteran’s Day

Today a colleague asked me…

… by the way, do they celebrate Veterans Day in Germany?

hm. Ah, well… not quite.

But he figured it out himself ;)

German flag, half-staffAnyhow, the question is actually not as stupid as it sounds. The Federal Republic of Germany does not quite celebrate the “great work” of the German soldiers during World War II with a veterans day, for obvious reasons. However, we celebrate Volkstrauertag (similar to the idea behind “Memorial Day” in the U.S.), which is dedicated to those who died during wars in general, or suffered from them (especially the two World Wars). Regardless of their nationality, by the way. It is celebrated each year in November, two sundays before the beginning of advent.

The flags on official buildings are set half-staff, and the President holds a speech in the German parliament, the Bundestag. Afterwards, they play the national anthem and usually, the “good comrade” (“Ich hatt’ einen Kameraden”), a famous German dirge. All over Germany, people get together to commemorate and put down memorial wreaths in front of war monuments. (I myself usually play the aforementioned songs with my orchestra in our home town).

So, now you know how it is, dear readers :). Of course, everything is different in Germany, but as you see, it is often still quite similar.

Das machen Ingenieure nach Feierabend

Dem Ingenieur ist ja bekanntlich nichts zu schwör. Und beschäftigt ist er auch immer.

Oder, um es mit den Worten des weißen Kaninchens aus Alice im Wunderland zu sagen:

I’m late, I’m late
For a very important date
No time to say “Hello”, “Good-bye”
I’m late, I’m late, I’m late

Wenn ich mir das Music Department an der OSU so ansehe, weiß ich auch warum. Vielleicht ein Zehntel der Leute die dort herumrennen haben eigentlich Musik als Hauptfach; alle anderen sind Ingenieure: Seien es Informatiker, Elektrotechniker oder Nuklear-Ingenieure.

Man kann sich schließlich nicht nur mit seinem Hauptfach beschäftigen.

Mir kommt das alles sehr gelegen. So habe ich mit meiner Jazz-Improvisationsklasse vergangenen Donnerstag eine Radiosendung im TV-Studio des universitätseigenen Fernsehsenders KBVR TV aufgezeichnet, die prompt freitags über den Äther ging. Ich habe das gleich mal mitgeschnitten, und wenn ihr ganz lieb seid, lasse ich es euch sogar mal anhören ;)
Heute wiederum spielte ich mit dem Symphonischen Blasorchester der Universität im LaSells Stuart Center als Abschlussereignis vor einem ziemlich großen Publikum: Zum Finale des alljährlichen Wertungsspielens der High-School-Orchester Oregons buhlten die besten Musikschüler des Landes um die Gunst der Preisrichter. Da lässt es sich die Universität freilich nicht nehmen, zu zeigen, was sie selbst auf dem Kasten hat.

Damit es schließlich nicht langweilig wird, fahren wir Jazz-Schüler nächsten Sonntag nach Portland, um dort im “Crystal Ballroom” der Pub-Kette McMenamins einen Wohltätigkeitsgig (für einen erkrankten Musiker, der, wie bei professionellen Musikern hierzulande üblich, keine Krankenversicherung hat) zu spielen.

Da lohnt es sich doch, schneller mit den Hausaufgaben fertig zu werden :)